Es war schön, dass es dich gab.


Es war schön, dass es dich gab.

Miss Daisy und ihr Chauffeur – was für eine Geschichte.

Solche Filme sollte ich eigentlich nicht anschauen. Ich weine dabei wie ein Kind. Vielleicht gehört das zum Alter. Vielleicht berühren uns Geschichten heute tiefer, weil wir wissen, wie viel Wahrheit in ihnen steckt.

Sind wir nicht alle Geschichten?

Gute und schlechte, traurige und schöne.
Hat nicht alles einmal voller Hoffnung begonnen? Oder zumindest mit dem Wunsch nach einem guten Leben? Und wie viele Fehler haben wir gemacht. Falsche Entscheidungen getroffen. 

Den falschen Beruf gewählt. Wege eingeschlagen, die wir uns anders vorgestellt hatten.

Und doch hatten wir Mut. Wir haben Probleme bewältigt, Rückschläge überstanden und immer wieder neu angefangen.

Es gab Zeiten großen Glücks. Doch irgendwann lernten wir, dass Glück zerbrechlich ist. Dass das Leben vor allem eines bedeutet: Abschied.

Abschied von der Jugend. Von den Eltern. Von einem geliebten Menschen. Aber auch von Schönheit, Kraft und Gesundheit.

Und plötzlich ist man alt. Manche Körperteile können ersetzt werden, andere nicht. Vieles lässt sich reparieren – manches niemals.

Nun sind wir im letzten Kapitel unserer Geschichte angekommen. Wie sehr wünschen wir uns, dass sie ein gutes Ende findet. Wie schön wäre es, wenn uns auf den letzten Seiten noch einmal die Liebe begegnete und wir unsere Geschichte mit einem Lächeln schließen könnten.

Doch solche Geschichten sind selten.
Vielleicht bleibt am Ende nur die Hoffnung, dass wir nicht vergessen werden. Dass irgendwo ein Mensch an uns denkt und sagt:

„Es war schön, dass es dich gab.“

Kommentare (4)

Tulpenbluete13

Ich habe schon einige Menschen „verloren“ und von einigen wenigen habe ich „Deinen Satz“ gern gedacht…..
und vielleicht gibt es den einen oder anderen der das auch von mir mal denkt….
Wer weiß????

meint nachdenklich 
Angelika

Deine Ansichtskarte mit dem Photo aus einer Tanzstundenzeit hat mich sofort in schönen Erinnerungen schwelgen lassen….

Flaklander

Vielleicht ist es besser, man erfährt es nicht. Obwohl – ich habe keine schlechten Gedanken.

Ja, das Tanzen. Es war wie eine kleine Reifeprüfung. Zum ersten Mal mit einer Frau zu tanzen – oder besser gesagt: es zu lernen.

Alle Mädchen aus unserem Dorf waren dabei, alle etwa achtzehn Jahre alt. Und auch diejenige, die ich heimlich verehrte.

So lernten wir die klassischen Tänze – vom Walzer bis zum Jive. Am Schluss fuhren wir alle nach Utrecht. Dort fand ein großer Gala-Tanzabend statt, zusammen mit Tanzschülern aus verschiedenen Orten.

Ja, das war eine schöne Zeit. Eine Zeit voller Aufregung, Träume und unvergesslicher Erinnerungen.

Lb Grüsse Cornelis

Winterbraut

Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Erst kürzlich dachte ich daran, wie sehr ich mich um Nachbarn, Freunde, Verwandte gekümmert habe - ich war die Jüngste. Später, im Alter haben mir Freunde und Nachbarn geholfen, wenn ich mal Zuspruch brauchte. 
Familie hab ich nicht mehr, weil kinderlos. Ich war Einzelkind - so gibt es weder Nichten, noch Neffen. 
Gestern dachte ich genau, wie du: wer wird mal an mich denken, wenn ich nicht mehr bin? Dabei fällt mir auf, dass ich nur noch mit fast gleichaltrigen zusammen bin und da ist ein Erinnern ziemlich unwahrscheinlich. Es gibt fremde Kinder,  die mich lieb haben, aber die werden mich vielleicht nicht überleben.

Kennst du den Film " Grüne Tomaten"? Falls du ihn dir anschaust, nimm ein Taschentuch mit.

Liebe Grüße 
Ingrid 

Flaklander

Ja, du hast recht, Ingrid. Man weiß nie, wie jemand heute oder später über einen spricht. Ich glaube, wir sollten das einfach ignorieren. Den Film „Grüne Tomaten“ habe ich übrigens noch nie gesehen. Meinst du, er ist sehenswert? Sollte ich ihn mir anschauen?

Ich habe gerade mal gegoogelt und ja das sollte ein Film sein wo man tatsächlich ein Taschentuch braucht. Ich werde ihm mal suchen, und mein Kommentar dazu geben. Wünsche Dir einen schöne kühle Abend. Lb. Grüsse Cornelis

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