Erleuchtung in fünf Minuten
Guten Tag Euch allen,
Wie ich einmal in fünf Minuten erleuchtet wurde
Eines Morgens beschloss ich, mein Leben radikal zu verändern. Nur noch pure Freude ab sofort.
Ich rollte die Yogamatte aus, setzte mich auf den Teppich und peilte Erleuchtung an. Fünf Minuten sollten reichen.
Beim Versuch, meine Beine zu verknoten, meldete sich mein Rücken mit einem Knacken. Glücksgefühl verflogen.
„Wenn der Körper streikt, muss eben der Geist gefüttert werden", dachte ich.
Seitdem stapeln sich bei mir kluge Bücher über die Kunst des gelassenen Lebens.
Ich muss sie nur noch lesen. 😉
Herzliche Grüße
Kurt
Kommentare (22)
@Kurt20
Vor ein paar Momenten wollte ich mich absondern, warum……ich las hier einige Zeilen die mich daran erinnert haben, dass ich NIE erleuchtet werde. Dafür bin ich zu agil, zu hibbelig, zu hinterfragend, zu unruhig und was es sonst so noch alles gibt.
Meine Yoga Zeit wurde mir innerhalb einer Einführung ja total entwöhnt, weil ich mit OHM ……. Ob ich eine Arschkröte bin????
nicht klar kam. Gut, ich bin scheinbar dafür nicht gemacht etwas so bierernst zu nehmen und warum soll ich denn Anderen die „Erleuchtung“ ersparen, werden sie doch vor mir herlaufen und mir den Weg erhellen, mich an der Weisheit des …….höre jetzt auf, damit mich keiner verurteilt ich nehme nix richtig Ernst. Sorry, verzeiht mir!
Kurt, leider wirst damit fertig werden müssen nur mit einer Hauptschülerin zu schreiben , Ihre Argumente sind nicht von der Helligkeit durchflutet aber ihr Humor ist selten ausgeprägt und sie schreibt anders wie die Normalität und das ist es doch was so manche hier doch auch mögen. Bin halt als „Schreiberling“ noch in den Humor-Anfängen und lerne noch, wie viele Lehrjahre gibt es da?????? Falls ihr schmunzelt dann die Mundwinkel heben sonst wirkt es nicht……Gruss vom 🦋
@Kurt20
wll mich bedanken für Deine Antworten die präzise, einfühlend und humorvoll reinschweben. Die viele Mühe die Du Dir machst können wir nicht ausgleichen, nur Danke sagen, Gruß vom 🦋
@Schmetterling04
11. Juni 2026
Grüß Dich, Moni!
Diese Diskussion hat sich ganz schön ausgeweitet. Aber gut so, besser als Schweigen im Walde.
Dein Satz „Ich bin scheinbar dafür nicht gemacht“ erinnert mich daran, dass wir alle nicht für diese Welt gemacht sind. Oder diese Welt nicht für uns.
„Wir leben auf einem Strafplaneten“, habe ich vor Kurzem gelesen. So weit würde ich zwar nicht gehen, aber manchmal scheint es wahr zu sein.
Ich glaube, dass die allermeisten Menschen sich einfach nur wünschen, dass es ihnen gutgeht.
Aber können wir das beeinflussen?
Für mich lautet die Antwort: zum Teil.
Daran schließt sich die Frage an, wie wir beeinflussen können, ob es uns gut oder schlecht geht.
Weil kein Mensch so ist wie der andere, muss jeder für sich selbst herausfinden, auf welchen Wegen er zu einem Leben mit möglichst viel Zufriedenheit und Heiterkeit gelangt.
Der Versuch, ein zufriedenes und heiteres Leben zu führen, ist meiner Meinung nach eine der nützlichsten Daueraufgaben, die wir uns stellen können.
Aber es ist auch eine der schwierigsten.
Ein nicht unwesentlicher Grund dafür: Es gibt starke Kräfte, die sofort auf den Plan treten, sobald jemand anders tickt oder handelt, als es „üblich ist“. Anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, ist deren Lebenselixier.
Ganz besonders liebe ich die Sorte, die uns erklärt, dass wir falsch leben, um uns dann Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, die uns auf den „richtigen Weg“ bringen sollen.
Auf diesem Markt gibt es alles: von Nahrungsergänzungsmitteln über Online-Kurse zur „Erleuchtung“ (mein Thema) bis hin zu religiösen Heilsversprechen. Oder auch eine Ausbildung zum „Hexer“, zum Schnäppchenpreis von 2200 Euro. Der Fantasie dieser Leute sind keine Grenzen gesetzt.
Die Welt ist voll von Menschen, die genau wissen, was gut für uns ist. Zum Teufel mit ihnen! 😉
Herzliche Grüße
Kurt
Ach ja, Yoga, seufz - ich hatte in meinen Leben auch so meine Erfahrungen damit 😏.
Das erste Mal in meinen frühen Teenagerjahren in einem Sportverein: der Trainer hatte die seltsame Idee, dass ein Yogakurs bei mir und zwei andere Mädchen eine mentale Stärke und somit Leistungssteigerung hervorrufen würde.
Wir gingen also hin und bemühten uns eigentlich auch redlich - aber irgendwie fehlte uns wahrscheinlich der nötige Ernst, der Drang zur "Erleuchtung" ?
Jedenfalls störten wir die andern durch unser ständiges Gekicher und flogen aus dem Kurs.
Vor ein paar Monaten kam, auf Drängen meiner Tochter, mein zweiter Versuch, diesmal ohne Matte und ohne Gemeinschaftskurs, mit Stuhl-Yoga für Senioren. Easy, dachte ich, das schaffst du....
Ich verschone dich mit Einzelheiten, das würde deinen Kommentarraum sprengen, nur so viel:
diesmal flog nicht ich aus dem Kurs, sondern das Handy mit der unerträglich sanften Stimme der Yogalehrerin und der einschläfernden Pling-Pling-Musik landete in hohem Bogen haarscharf neben der anvisierten Couch 😃.
Und dann ging ich raus und tat etwas, was für mich wirklich entspannend und erleuchtend ist und wovon ich dir in deinem eigenen Thread nie erzählen würde ..
Ich weiss doch, wie sehr du Gartenarbeit hasst !!!
Danke für deinen schönen, inspirierenden Text
Cécile
@cecile
10. Juni 2026
Hallo Cécile,
Danke.
Das ist ja einer der angenehmen Nebeneffekte des Älterwerdens:
Wenn uns etwas über die Hutschnur geht, landet es einfach in der Ecke, "haarscharf an der anvisierten Couch vorbei".
Früher ist mir das nicht so leicht gelungen wie heute.
Vielleicht kennst Du das auch: Man probierte Dinge aus, für die man, wie Moni (Schmetterling04) sagt, "nicht gemacht" ist.
Dahinter steckte wahrscheinlich FOMO, Fear Of Missing Out, die Angst, etwas zu verpassen.
Ein weit verbreitetes Phänomen, das wohle eher die Jüngeren trifft.
Wir Älteren wissen (meisten), was wir wollen, was uns Freude bereitet und was uns gestohlen bleiben kann.
Wir können uns stattdessen in JOMO üben. Das ist die Freude am Verpassen.
Wenn etwas wirklich zählt, her damit.
Wenn nicht: Muss man nicht haben, weg damit.
Mit JOMO lebt sich’s leichter.😉
Herzliche Grüße
Kurt
PS Bei Gartenarbeit quält mich keine FOMO! 😉
...also, lieber Kurt..., für mich ist es ziemlich simpel und macht noch dazu Spaß, und zwar in jede Richtung gewissermaßen - meine "Yogamatte" heißt Radeln.
Ich brauche keine Erleuchtung..., wenn ich radle, können meine Gedanken Wege nehmen, die ich nirgends woanders haben werde.
Radeln sorgt für gute Gefühle, ohne das etwas weh tun muss, es macht fröhlich und frei im Kopf und tut der Seele so gut..., das Beste aber, entspannen in der Natur, die uns zeigt, wie wunderbar sie sich anfühlt.
Alles Gute beim "quälen" 😊
wünscht
Kristine
@werderanerin
10. Juni 2026
Hallo Kristine,
danke für Deinen Kommentar.
Wahrscheinlich wollen sich die meisten von uns einfach nur wohlfühlen in ihrer Haut, (was ja viel zu selten gelingt).
Wem das über Yoga, Meditation oder Erleuchtung gelingt, warum nicht?
Mein Weg ist das nicht.
Syrdal schreibt: „Spar es dir… alles! Horch in dein Inneres, dort ist alles vorhanden… alles!“
Genau.
Wenn alles schon in mir ist, warum soll ich dann in die Ferne schweifen, statt mich auf das Naheliegende zu freuen?
Lesen, Nichtstun, Schreiben, Bratkartoffeln mit Sülze, mein Bier am Abend, Wiederholungen von Hubert und Staller im Fernsehen ...
Fahrradfahren, liebe Kristine gehört bei mir leider nicht dazu, aber das kann ja noch werden 😉
Herzliche Grüße,
Kurt
Ob Yoga, Meditation, Tai Chi
oder andere Verrenkung,
was auch immer man tut, es wird nie
münden in einer "Erleuchtung",
denn es sind nur Äußerlichkeiten
mit dem Zweck der Konzentration –
sich zur Erleuchtung zu bereiten
ist einzig göttliche Option!
...es grüßt
Syrdal
@Syrdal
08. juni 2026
Hallo Syrdal,
danke. Konzentration, das ist doch wenigstens etwas Handfestes.
Viele Menschen, zu denen auch ich zähle, kommen ohne Erleuchtung, was immer das sein mag, ganz gut zurecht.
Sucht man unter Yoga und ähnlichen Themen im Netz, wird man mit Angeboten überschüttet:
„Erleuchtung, Ganzheit, universelle Liebe …“
Man findet sich auf einem gigantischen Marktplatz wieder, auf dem sehr viel Geld umgesetzt wird.
Und wo viel Geld im Spiel ist, tummeln sich Scharlatane aller Art.
Es gab Zeiten, in denen man sich noch richtig ins Zeug legen musste, um Erleuchtung zu erlangen.
Man musste meditieren, fasten, schweigen oder jahrelang im Himalaya frieren.😉
Heute gibt es Erleuchtungscoachs.
„Erleuchtung – jetzt auch im Monatsabo.“
Eine unnötige Geldausgabe; das muss doch nicht sein, oder?
Herzliche Grüße
Kurt
@Kurt20
Hallo Kurt,
spar es dir... alles!
Doch horch in der Stille in dein eigenes Innere,
dort ist alles vorhanden... alles!
Herzlich grüßt
Syrdal
Hallo Kurt,
wenn Erleuchtung von einer Yogamatte abhängt habe ich keine Chance darauf, denn ich brauche keine Yogamatte, habe folglich auch keine.
Zufrieden bin ich trotzdem. 😎
Herzliche Grüße
Hubert
@Songeur
Hallo Hubert,
da Du, wie ich merke, auch kein großer Yoga‑Freund bist, beginne ich meine Antwort auf Deinen Kommentar mit einem authentischen Zitat:
„Außerdem ist Yoga ungesund und sieht scheiße aus, das wollte ich dir schon lange mal sagen.“
Der Spruch stammt nicht von mir und ich distanziere mich auf Schärfste! 😉
Entschuldigung an alle Yogis (m, w, d).
Besonders an Eva‑Maria (44), die sich aber vermutlich ohnehin nicht auf unsere Plattform verirrt.
Nachdem ich dank Eurer Kommentare inzwischen einiges zum Thema aufgesogen habe, meine vorläufige Bilanz:
Es scheint doch einiges dran zu sein an der Nützlichkeit von Yoga, vor allem für die alten Knochen.
Nur mit dem ganzen Erleuchtungs‑Gedöns kann ich weiterhin nicht viel anfangen.
Auf die Frage, ob Erleuchtung beim Yoga wichtig sei, antwortet der 93‑jährige Yogameister B. K. S. Iyengar, eine anerkannte Koryphäe auf diesem Gebiet:
„Ich falle gelegentlich in diesen Zustand, aber ich möchte nicht dauernd in ihm sein. Wenn du erleuchtet bist, kannst du keinen Bus nehmen. Wenn alles eins ist, woher willst du dann wissen, welcher Bus der richtige ist?“
Vielleicht probiere ich Yoga doch einmal aus.
Man muss es ja nicht gleich übertreiben, ich beginne langsam. Und am besten mit Bier‑Yoga.
Jhula, die Yoga‑Lehrerin, beschreibt diese Variante so:
„Wir kombinieren die Philosophie von Yoga mit der Freude des Biertrinkens, um dabei vielleicht sogar höhere Bewusstseinszustände kennenzulernen.“
Klingt ganz gut, ich berichte Dir demnächst über meine Erfahrungen.
Herzliche Grüße
Kurt
Lieber kurt
ich Sitze, liege die Woche ein paarmal auf meiner Yoga matte und mache alles mögliche und es tut mir unheimlich gut……
Aber erleuchtet bin ich auch noch nicht???????🤔
Angelika
@Tulpenbluete13
07. Juni 2026
Mach Dir nichts draus, Angelika, Du bist nicht allein. 😉
Ich gebe zu: Mit Yoga, Erleuchtung oder Esoterik habe ich nicht viel am Hut.
Das liegt wahrscheinlich an meiner „Sozialisation“ in der DDR. Die 68er‑Welle und die Hippie‑Zeit sind an mir vorbeigegangen.
Vielleicht fehlt mir aber auch nur das Sensorium für das Spirituelle. Auf diesem Gebiet bin ich vollkommen unmusikalisch.
Obwohl die Erleuchtung noch auf sich warten lässt, fühle ich mich trotzdem ganz wohl in meiner Haut. "Nicht immer, aber immer öfter!" 😉
Herzliche Grüße, Kurt
Lieber Kurt,
auch ich warte manchmal auf eine so genannte Erleuchtung,
doch außer grübeln kommt nichts raus.
Hab es auch mit Tai Chi versucht, auch das ist nur eine kurze Ablenkung.
Mit lieben Grüßen ❤️ lichst Marlen
@Marlen13
06. Juni 2026
Liebe Marlen,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Alles Mögliche auszuprobieren, um „erleuchtet“ zu werden, das kenne ich zur Genüge.
Inzwischen denke ich: Das muss nicht sein, es geht auch ganz gut ohne 😉.
Ich vermute, dass hinter der Suche nach Erleuchtung der Wunsch nach einem glücklichen Leben steckt.
Auf dieser Suche kann man sich schnell verirren.
„Das Leben war so einfach, bevor wir alle anfingen, nachzulesen, wie wir es führen sollen.“ (Ben Wyld)
Vielleicht muss man das mit der Erleuchtung gar nicht so hoch hängen.
Vielleicht reicht es aus, die Dinge zu nehmen, wie sie kommen und das Beste daraus zu machen.
Eines meiner Vorbilder in dieser Sache ist Stubb in Herman Melvilles Roman Moby Dick:
„Ich kenne nicht alles, was da kommen soll, doch sei es, was es will, ich werde ihm lachend begegnen.“
Das garantiert zwar kein Glück, eine solche Garantie gibt es nicht.
Aber für mich hat sich diese Denkweise in den letzten Jahren bewährt.
Sie erzeugt keine Erleuchtung, aber öfters Situationen, in denen ich mein Leben unbeschwert genieße.
Selbstverständlich kann man das auch ganz anders sehen, „jeder soll nach seiner Fasson selig werden.“
Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße
Kurt
Oh solche Erleuchtung strebte ich öfter mal an.
Fand ich da auch nicht. Hab mich soger im Yogakurs für 100 Euro angemeldet.
Viel Geld für nix. Ich " ich mach aber nichts mit kniee." Brauchen sie auch
nicht.- Seltsame Leute, aber ich bin ja auch Seniorin und tragekeine Hoodies
Dann das Kommando Auf die Knie
Oh weia. 100Euro für einnaligen Beuch.
ICH SUCH WEITER ( DIE
E
RLEUCHTUNG )
@Distel1fink7
05. Juni 2026
Hallo Distel1fink7,
wenn man so beschi … wird, kann man einen Teil seines inneren Friedens wiedergewinnen, indem man die betrügerische Kursleiterin ordentlich beschimpft.
Im Vorwort des Deutschen Schimpfwörterbuchs von 1839 heißt es:
1. Schimpfen erleichtert jedem das Herz.
2. Schimpfen befördert die Gesundheit.
3. Schimpfen erleichtert und befördert jede Sache.
4. Schimpfen verschafft jedem mehr Ansehen.
5. Schimpfen ist ein treffliches Schutzmittel gegen Feinde.
6. Schimpfen schlichtet gar manchen Streit. [*]
Das klingt doch vielversprechend, fast wie Yoga, aber umsonst! 😉
In diesem Buch (frei zugänglich im Internet) findest Du wunderschöne Schimpfwörter für die Yoga-Betrügerin, zum Beispiel Arschkröte.
Herzliche Grüße
Kurt
[*] Anonym: Deutsches Schimpfwörterbuch oder die Schimpfwörter der Deutschen. Zum allgemeinen Nutzen gesammelt und alphabetisch geordnet, nebst einer Vorvor-, Vor- und Nachrede von Mir Selbst. Arnstadt: Buchhandlung von F. Meinhardt, 1839.
@Agathe
04. Juni 2026
Danke Agathe,
das mit dem Lesen hat jedenfalls keine Eile.
Die Bücher dekorieren ja sehr schön.
Und vielleicht wirken sie sogar durch Osmose.
Irgendwer hat geschrieben: „Ungelesene Bücher sind viel wertvoller als gelesene, weil sie uns zeigen, was wir alles noch nicht wissen.“
Also wie gesagt: Keine Eile.
Herzliche Grüße
Kurt
10. Juni 2026
Vielen Dank für Eure "Gefällt-mir-❤️an: