Erfahrung

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Kommentare (10)

Marlen13

Wissen ist Macht ,
daß setzt intensives Lernen und Erfahrungen voraus.
Hab ein schönes Wochenende lieber Syrdal.
LG ❤️ lichst Marlen 
 

Syrdal

@Marlen13  

Richtig, genau so ist es im tagtäglichen Leben. – Das "gewisse Wissen" aber ist nicht zu erlernen, hingegen jedoch vom "wachen Geist" in wunderbarer Weise durch inneres Erleben zu erfahren.

Herzlich grüßt zum sommerwarmen Wochenende
Syrdal

Syrdal

Zusammenfassend für alle Kommentare
soll hier folgende Erklärung gelten:

 
 
Goethe formulierte in seinem Alterswerk "Zahme Xenien" (eine Sammlung von Denk- und Weisheitssprüchen; 1828) u.a. die Verse:
 
Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt’ es nie erblicken;
Läg’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?

In diesen Worten schwingt die Gewissheit, dass in uns "alles enthalten ist", doch braucht es Erfahrung, um es zu "sehen".

Es geht also nicht um erlernbares Wissen. Nein es geht - auch in dieser kleinen Marginalie - um das "gewisse Wissen", das man mit keiner Schule oder Lehre erlernen kann. Es geht um das seit Urbeginn des Seins unauflöslich in uns vorhandene Wissen, das es gilt, im Erdenleben als geistige, urewig im Inneren liegende Gewissheit (erneut bzw. wieder) zu "erfahren".

Der antike Philosoph Plotin nennt dieses Erfahren "noēsis" = unmittelbares geistiges Schauen. Noēsis ist ein "Wissen durch Sein", nicht durch Denken oder Lernen. Es ist nicht ein diskursives Folgern, sondern ein unmittelbares geistiges Ergreifen des Vorhandenen. Plotin beschreibt es als ein Erkennen, das "im Inneren aufleuchtet". So ist es ein "Erwachen" und Erfahren des in uns urgegeben vorhandenen "ewigen Wesenskerns".

Der Mystiker Meister Eckhart spricht vom "Fünklein der Seele" und nennt es "Wissen ohne Warum", ein Erkennen, das nicht aus dem Verstand kommt.

Die Gnosis nennt es "innere Erkenntnis" – das innere Wissen um den eigenen göttlichen Ursprung als Erfahrung, nicht als Lehre.

Im Buddhismus gibt es den Begriff „prajñā“ (Weisheit), das Erkennen der Wirklichkeit als "innere Sammlung" jenseits aller (erdachten) Konzepte.

Im Sufismus nennt man es "ma rifa" (inneres Erkennen) - ein inneres Wissen, das durch das Herz ensteht, nicht durch den Verstand – eine Gewissheit, die man nicht beweisen muss. Sufi-Meister sagen:
„Der Verstand weiß über Gott,
das Herz weiß
von Gott.“

Der Hinduismus kennt das Advaita, das Wissen, das nicht gelernt, sondern erkannt wird die Identität des Selbst mit dem Absoluten als ein Weg der spirituellen Disziplin und Erfahrung.

Und in der modernen Phänomenologie gibt es das präreflexive Selbstbewusstsein. So spricht der österreichische Philosoph Edmund Husserl von einem unmittelbaren Selbstwissen, das nicht gedacht, sondern erlebt wird.

Dies alles bezeichnet das von mir im Gedicht genannte "gewisse Wissen" als innere Gewissheit – nicht beweisbar, aber unerschütterlich – transformierend. Und genau davon handelt der Sinn des kleinen Marginaliengedichtes.

Herzlich grüßt alle Interessierte
Syrdal

Winterbraut

Wer vermag es schon, von Anbeginn zu wissen, welche Richtung die richtige ist, lieber Syrdal?
Ich habe erst durch falsche Wege den richtigen gefunden.

Wie finde ich jetzt, nach diesen Gedanken einen guten Schlaf
fragt sich Ingrid 
 

Syrdal

@Winterbraut

...bitte siehe oben: Zusammenfassung 

U. Petri

DAs, lieber Syrdal,
ist ja eigentlich
erst das Ergebnis der Erfahrung: in die richtige Richtung sein Handeln zu richten. Das weiß man oft erst, wenn es vorher schief gegangen ist. . .
Ein wenig Einsicht braucht es auch, damit Erfahrungen auch Erkenntnisse für spätere Zeiten
festhalten und anregen.
Das Alter hilft sicher - doch es gibt Menschen, die müssen manche Erfahrung erst mehrmals machen - wenn es bei ihnen überhaupt irgendwann "klingelt". . .

Mit einem Lächeln zur Nacht grüße ich Dich herzlich
Ursula
 

Kurt20

@U. Petri  

31. Mai 2026

Liebe Ursula,

ich sehe das ähnlich. Mit dem „richtigen Handeln“ ist das so eine Sache. Hinterher ist man immer klüger.

Was „richtig“ gewesen wäre, „das weiß man oft erst, wenn es vorher schief gegangen ist“, schreibst Du.

Und noch ein Zweites: Oftmals gilt, flapsig ausgedrückt: „Es kommt, wie es kommt.“

Egal, wie sehr wir uns auch bemühen, alles, was uns zustoßen könnte, zu umgehen – einiges wird uns dennoch treffen. [*]

Für mich hat das etwas Beruhigendes.

Herzliche Grüße
Kurt

[*] Irvine, William B.: Eine Anleitung zum guten Leben: Wie Sie die alte Kunst des Stoizismus für Ihr Leben nutzen. Übersetzt von Karin Schuler und Franziska Knupper. München: FinanzBuch Verlag, 2020 (Kindle-Version)

Syrdal

@U. Petri

...bitte siehe oben: Zusammenfassung  

Rosi65

Lieber Syrdal,

ein pädagogisches Konzept besagt, dass das Erlernen von Wissen und Kenntnissen durch praktische Erfahrungen und vielen Übungen erlernt wird. Ganz besonders gut merkt man sich dabei wohl die zeitaufwendigen und ärgerlichen Fehler, die einem dabei manchmal unterlaufen sind, denn diese vergisst man ganz bestimmt nicht.😏

      Sagt aus Erfahrung,
   und mit freundlichen Grüßen
              Rosi65

Syrdal

@Rosi65

...bitte siehe oben: Zusammenfassung  

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