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Eine kleine Geschichte über Overlander
Overlander sind Leute, von denen viele gar nicht wissen, dass es sie gibt.
Und wenn man sie doch mal sieht, denkt man oft zuerst:
„Was hat der denn alles an seinem Auto festgeschraubt?“
Das sind Menschen, die mit ausgebauten Fahrzeugen durch die Welt fahren und darin wohnen. Manche in LKWs, andere in Bussen oder Vans – meist mit Allrad und genug Bodenfreiheit für Wege, die eher Empfehlungen sind als Straßen.
In diesen Fahrzeugen ist alles drin: Bett, Küche, manchmal sogar ein Bad.
Ein ganz normales Zuhause – nur mit besserer Aussicht.
Manche haben dafür ihr Haus verkauft und ihr Leben komplett umgebaut. Andere sind nur für eine Zeit unterwegs. Es gibt Junge mit einem Jahr Auszeit und Ältere, die irgendwann gemerkt haben, dass genau das ihr Leben ist.
Die meisten Overlander sind gemütlich unterwegs.
Sie bleiben irgendwo, trinken Kaffee, schauen in die Gegend und sagen:
„Hier könnte man es aushalten.“
Manche fahren in Gruppen, andere allein.
Und wenn man sich trifft, wird gegrüßt – ein kurzes Nicken:
„Ich weiß, was du hier machst.“
Höhergelegte Fahrzeuge, Kisten außen dran, Ersatzräder, Kanister, Sandbleche.
Manchmal sieht es aus, als hätte jemand aufgehört auszusortieren.
Und dann gibt es noch uns.
Wir gehören zu denen, die nicht lange still sitzen konnten.
Wir blieben auch mal irgendwo, schauten uns Dinge an – aber dann kam wieder dieses Gefühl:
Da ging noch was.
Ein neues Ziel, eine neue Grenze.
In nicht einmal zwei Jahren sind wir 80.000 Kilometer gefahren.
Für manche klingt das viel. Für uns fühlte es sich richtig an.
Wir sind durch einsame Steppen gefahren, stundenlang nur Landschaft.
Und dann standen plötzlich Jurten da. Yaks davor, die uns anschauten, als wären wir falsch abgebogen.
Oder wir standen im Fairytale Canyon zwischen roten Felsen und dachten:
„Das kann sich doch keiner ausgedacht haben.“
Und dann gibt es diese anderen Momente.
Zum Beispiel an der Grenze.
„Zu.“
Keine Diskussion. Einfach zu.
Also drehten wir um und fuhren 2.000 Kilometer zurück, um einen anderen Übergang zu finden.
Oder Grenzübergänge, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder schwitzen soll.
Formulare, die man nicht lesen kann.
Fragen, die man irgendwie beantwortet.
Stempel, auf die man hofft.
Usbekistan.
„Haben Sie eine Drohne dabei?“
„Nein.“
Ein paar Minuten später wieder.
Und wieder.
Irgendwann waren wir selbst nicht mehr ganz sicher.
Dann kam der Spürhund.
Er schnüffelte ums Auto, blieb stehen – und sprang einfach rein.
Lief durch unser Zuhause auf Rädern, während wir versuchten, entspannt zu wirken.
Die Drohne?
Sagen wir: nicht offiziell dabei.
Der Hund schnüffelte. Der Beamte schaute. Wir schauten zurück.
Dann sprang der Hund wieder raus.
Ein Nicken.
Wir durften weiter.
Und fuhren los, als wäre nichts gewesen.
Wer viel unterwegs ist, erlebt viel. Nicht nur die Geschichten, die man sofort erzählt.
Aber genau das macht es aus.
Und trotzdem habe ich auch ein Zuhause.
Eins mit vier Wänden und einem Carport.
Da steht mein Overlander dann – staubig, müde, genau wie ich.
Dann wird ausgepackt, aufgeräumt, Batterien geladen.
Die vom Fahrzeug – und meine eigenen.
Und dann wird es ruhig.
Fast zu ruhig.
Bis ich irgendwann sage:
„Soll ich wieder los?“
Und die Antwort ist eigentlich immer dieselbe.
Illustrationen mittels KI erstellt
Und wenn man sie doch mal sieht, denkt man oft zuerst:
„Was hat der denn alles an seinem Auto festgeschraubt?“
Das sind Menschen, die mit ausgebauten Fahrzeugen durch die Welt fahren und darin wohnen. Manche in LKWs, andere in Bussen oder Vans – meist mit Allrad und genug Bodenfreiheit für Wege, die eher Empfehlungen sind als Straßen.
In diesen Fahrzeugen ist alles drin: Bett, Küche, manchmal sogar ein Bad.
Ein ganz normales Zuhause – nur mit besserer Aussicht.
Manche haben dafür ihr Haus verkauft und ihr Leben komplett umgebaut. Andere sind nur für eine Zeit unterwegs. Es gibt Junge mit einem Jahr Auszeit und Ältere, die irgendwann gemerkt haben, dass genau das ihr Leben ist.
Die meisten Overlander sind gemütlich unterwegs.
Sie bleiben irgendwo, trinken Kaffee, schauen in die Gegend und sagen:
„Hier könnte man es aushalten.“
Manche fahren in Gruppen, andere allein.
Und wenn man sich trifft, wird gegrüßt – ein kurzes Nicken:
„Ich weiß, was du hier machst.“
Höhergelegte Fahrzeuge, Kisten außen dran, Ersatzräder, Kanister, Sandbleche.
Manchmal sieht es aus, als hätte jemand aufgehört auszusortieren.
Und dann gibt es noch uns.
Wir gehören zu denen, die nicht lange still sitzen konnten.
Wir blieben auch mal irgendwo, schauten uns Dinge an – aber dann kam wieder dieses Gefühl:
Da ging noch was.
Ein neues Ziel, eine neue Grenze.
In nicht einmal zwei Jahren sind wir 80.000 Kilometer gefahren.
Für manche klingt das viel. Für uns fühlte es sich richtig an.
Wir sind durch einsame Steppen gefahren, stundenlang nur Landschaft.
Und dann standen plötzlich Jurten da. Yaks davor, die uns anschauten, als wären wir falsch abgebogen.
Oder wir standen im Fairytale Canyon zwischen roten Felsen und dachten:
„Das kann sich doch keiner ausgedacht haben.“
Und dann gibt es diese anderen Momente.
Zum Beispiel an der Grenze.
„Zu.“
Keine Diskussion. Einfach zu.
Also drehten wir um und fuhren 2.000 Kilometer zurück, um einen anderen Übergang zu finden.
Oder Grenzübergänge, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder schwitzen soll.
Formulare, die man nicht lesen kann.
Fragen, die man irgendwie beantwortet.
Stempel, auf die man hofft.
Usbekistan.
„Haben Sie eine Drohne dabei?“
„Nein.“
Ein paar Minuten später wieder.
Und wieder.
Irgendwann waren wir selbst nicht mehr ganz sicher.
Dann kam der Spürhund.
Er schnüffelte ums Auto, blieb stehen – und sprang einfach rein.
Lief durch unser Zuhause auf Rädern, während wir versuchten, entspannt zu wirken.
Die Drohne?
Sagen wir: nicht offiziell dabei.
Der Hund schnüffelte. Der Beamte schaute. Wir schauten zurück.
Dann sprang der Hund wieder raus.
Ein Nicken.
Wir durften weiter.
Und fuhren los, als wäre nichts gewesen.
Wer viel unterwegs ist, erlebt viel. Nicht nur die Geschichten, die man sofort erzählt.
Aber genau das macht es aus.
Und trotzdem habe ich auch ein Zuhause.
Eins mit vier Wänden und einem Carport.
Da steht mein Overlander dann – staubig, müde, genau wie ich.
Dann wird ausgepackt, aufgeräumt, Batterien geladen.
Die vom Fahrzeug – und meine eigenen.
Und dann wird es ruhig.
Fast zu ruhig.
Bis ich irgendwann sage:
„Soll ich wieder los?“
Und die Antwort ist eigentlich immer dieselbe.
Illustrationen mittels KI erstellt
Kommentare (6)
ginger.one
@indeed Vielen Dank für deine schöne Nachricht – das hat mich wirklich gefreut.
VW-Käfer, Zelt und Schlafsack kennen wir tatsächlich auch aus unseren früheren Zeiten 😊 Insofern ist das Gefühl von „einfach los und schauen, was kommt“ gar nicht so weit weg von dem, was wir heute machen – nur das Zuhause hat inzwischen Räder bekommen.
Und genau das finde ich spannend: egal ob fest an einem Ort oder unterwegs, ob damals oder heute – am Ende bleiben vor allem die Erinnerungen an die Momente draußen in der Welt.
Umso schöner, dass der Beitrag bei dir solche Erinnerungen geweckt hat.
Viele Grüße
@ ginger.one
Es liest sich prima. Eine intensive Zeit und 80.000km in wenigen Jahren . . . Ich empfinde auch ein gewisses Gefühl der Neugierde, Unruhe und manchmal hasten, hasten, hasten.
Selber habe ich so einiges hier Geschildertes auch erlebt. Das ist schon lange her und die Anzahl von herunter gefahrenen Kilometern haben wir wohl nicht erreicht. Dafür haben wir in einem Land gelebt und gearbeitet. Immerhin über 4 Jahre hatten wir einen zentralen Punkt.
Es ist aber unbenommen, die Natur auf sich wirken zu lassen und man kommt immer wieder ins Staunen über die Schönheiten, die sich dem Auge bieten.
Eure Ausstattung war auch eine viel bessere, denn wir hatten nur ein Zelt ohne Boden und das Transportmittel war ein VW-Käfer, in dem die Sitze zur Liege mit Polsterung einer Luftmatratze
ausgestattet war (Eigenmarke).
Lieben Dank für deinen Blog. Er hat doch eine Reihe von Erinnerungen in mir geweckt.
Wie es so ist: alles fließt.
Liebe Grüße in den Mai
indeed