Eine gute Reise
02. Juni 2026 

Guten Tag allerseits, 
 
neben den täglichen Verpflichtungen bleibt uns öfter die Möglichkeit zu entscheiden, womit wir unsere Zeit verbringen. 

Aber sollten wir uns nicht einfach treibenlassen? Schließlich erreichen wir das Ende unserer Reise auf jeden Fall. So oder so, egal wie wir uns dabei fühlen.
 
Dieser Gedanke hat etwas Verlockendes, ist mir aber etwas zu radikal – zumindest derzeit noch.

Ich habe mich entschieden, den Rest der Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Mir ist bewusst, dass das nur in begrenztem Maße in meiner Hand liegt. Doch dort, wo ich Einfluss habe, bemühe ich mich, ihn zu nutzen.
 
Manches, was wir erleben, beglückt uns, anderes ist entsetzlich. Zwischen diesen beiden Polen gibt es unterschiedliche Abstufungen.

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Ich halte mich, wann immer es geht, möglichst nahe an der linken Kante des Spektrums auf.

Diese Möglichkeit besteht – theoretisch. In der Praxis haben wir unsere Schwierigkeiten damit.

Ganze Bataillone von inneren und äußeren Kräften versuchen, uns daran zu hindern.

Zum Beispiel diese lästigen inneren Stimmen, die ihre Sätze einleitet mit „Du musst …“. Sie lassen sich nicht einfach per Knopfdruck ausschalten. 

Oder Mitmenschen, die uns mit Sprüchen behelligen wie „In deinem Alter …“ oder „An deiner Stelle würde ich …“. Auch die haben leider keinen Ausschaltknopf.
 
Kernfrage: Bringt es mir Freude? 

Bei jeder Verpflichtung, die wir eingehen, bei jedem Buch, das uns zuruft „Lies mich“, bei jeder Einladung, die uns erreicht, sollten wir uns fragen: Bringt es mir Freude?

Wenn nein: Finger weg!

Dadurch gewinnen wir Zeit für das, was unsere Lebensfreude erhöht.

(An das rechte Ende des Spektrums werden wir ohnehin immer wieder einmal geschleudert, dahin müssen wir uns nicht noch freiwillig begeben.)

„Ich glaube, dass der eigentliche Zweck unseres Lebens darin besteht, glücklich zu sein.“
(Dalai Lama)

Herzliche Grüße
Kurt
 
 

Kommentare (17)

werderanerin



Machen wir uns nichts vor, lieber Kurt - Glücklichsein - ist immer nur eine Momentsache, hält nie lange an. Vielleicht soll es genauso sein..., wer weiß das schon wirklich.

Wichtig ist doch vor allem, sich diese Momente zu schaffen, auch wenn sie oft nur klitzeklein sind. Na und...sie sind aber da, summieren sich.

Hat man einen "nicht so guten Tag", kann man manchmal sogar von den positiven Momenten zehren und sich etwas wohler fühlen. Viel mehr braucht es doch garnicht. 

Verlangen wir nicht zuviel von uns selbst, dann lebt es sich gut !

Kristine

Kurt20

@werderanerin  

05. Juli 2026
 
Liebe Kristine,

per Knopfdruck lässt sich das Glück leider nicht herbeirufen. Ich gebe Dir recht: Glücklichsein ist immer nur eine Momentsache, hält nie lange an. Vielleicht soll es genauso sein

Das denke ich auch: Den ganzen Tag glücklich zu sein, rund um die Uhr, das wäre furchtbar langweilig. Und Langweile macht unglücklich.😉
 
Aber dass wir im Alltag zu viele glückliche Momente erleben, davon sind die meisten von uns weit entfernt. Manchmal dürften es schon ein paar mehr sein.

Lassen sich solche Momente herbeirufen? Eine von vielen Möglichkeiten besteht darin, im Laufe des Tages, sich diese Momente zu schaffen, auch wenn sie oft nur klitzeklein sind.

Dass das einigen Mitmenschen nicht passt, ist ein interessantes Phänomen (Warum gibt es Menschen, die es nicht gern sehen, wenn es uns gutgeht? Das habe ich bis heute nicht verstanden).

Aber auf die sollten wir keine Rücksicht nehmen.

Ich wünsche Dir (und mir) einen schönen Tag mit vielen glücklichen Momenten.
 
Herzliche Grüße
Kurt

Kurt20

@werderanerin  

04. Juli 2026

Danke Kristine! Ich melde mich am Sonntag. Schönes Wochende.

Bis dann,

herzliche Grüße
Kurt

U. Petri

Freude, lieber Kurt, 
ist beglückend, kann der Wunsch danach aber bestimmend sein?

Sehr oft entsteht Freude aus Handlungen, die zuerst kaum Freude verhießen:
aus der Befriedigung, ein Herausforderung bestanden zu haben -
bei einem Buch vielleicht Erkenntnisse , oft genug entsteht auch eigene Freude aus der Freude, die wir Anderen bereitet haben . . .
Der Dalai Lama hat sicher viel Wichtiges gesagt, aber hier würde ich ihm nicht zustimmen 😉
Wenn er recht hätte, hätten viiiiiele Menschen relativ ohne Zweck gelebt. . .
Liebe Grüße bei wunderbar kühlem Lüftchen
Ursula
 

Kurt20

@U. Petri  

03. Juli 2026

Liebe Ursula,

ich freue mich sehr, wieder von Dir zu hören (spontane Freude, nicht geplant 😉).

Ich denke, wir widersprechen uns kaum. An einer Stelle aber doch:

Den Wunsch nach einem freudvollen Leben halte ich für essenziell, tief in uns Menschen verankert.

(Und vielleicht sogar in anderen Kreaturen? Wenn ich so an meine Hunde denke, wie konnten die sich freuen! Aber das führt wohl zu weit).

Über Wege zur Freude habe ich ein wenig nachgedacht.

Ergebnis: Einer dieser Wege, der manchmal recht gut funktioniert, besteht darin, seine Zeit mit etwas zu verbringen, das unsere Lebensfreude erhöht.

Dass es darüber hinaus noch Tausende anderer Wege gibt, einige hast Du erwähnt, ändert daran nichts.

Bis demnächst, hoffentlich bald,

herzliche Grüße Kurt

Schmetterling04

@Kurt20

Glücklich sein……zur Zeit bin ich in den Ferien eine Vorlese/Omi das macht mich glücklich wenn ich den Kindern ins Gesicht sehe und sie vor Staunen und Begeisterung mit den Figuren im Buch mitfiebern, Grimassen schneiden, mitlachen wenn ich urplötzlich quieke wie ein kleines Schweinchen weil eine Gans dem Schweinchen am Schwanz zog. Wen wundert es wenn ich glücklich bin wenn so ein kleine Maus zur Mama sagt……nächste Woche mag ich wieder her kommen, zur LeseOmi. Ja, über solche Kleinigkeiten kann ich glücklich sein so bescheiden wird man. Jedenfalls ICH, ein ehrliches Kinderlachen ist so ein Geschenk da geht mir mein Herz auf, mein Neues Ehrenamt macht mich glücklich. 

Danke Kurt, habe soooo lange auf einen neuen Block von Dir gewartet…….Gruss vom 🦋

Kurt20

@Schmetterling04  

04. Juli 2026
 
Liebe Moni,
 
ich sehe es förmlich vor mir, dass Dir diese neue Rolle Spaß und Freude macht. 😊

***
Nach dem Kommentar von Ursula habe ich nochmals über den Spruch des Dalai Lama nachgedacht:

„Ich glaube, dass der eigentliche Zweck unseres Lebens darin besteht, glücklich zu sein.“
 
Glücklichsein als eigentlichen Zweck unseres Lebens zu betrachten ist vielleicht etwas rigoros.
 
Es gibt viele andere Zustände, die nicht unter die Rubrik „Glücklichsein“ fallen, aber auch ganz passabel sind.
 
Die Welt ist bunt, und auch wenn man sich im grünen oder dunkelblauen Bereich befindet, was oft genug vorkommt, ist das Leben lebenswert.


Worauf ich in meinem Beitrag hinauswill, ist Folgendes:

(1) Wir haben Zeit zur Verfügung, die nicht verplant ist. Heute vielleicht mehr als in vergangenen Zeiten, in denen viele von uns stärker „eingespannt“ waren.

(2) Es ist vielleicht keine schlechte Idee, diese Zeit für etwas zu verwenden, das uns Spaß und Freude macht.

(3) Das ist eine schwierige Aufgabe, weil wir uns selbst oder andere dabei im Wege stehen.

(4) Ich mache deshalb einen Vorschlag: Bei jeder Verpflichtung, die wir eingehen, bei jedem Buch, das uns zuruft „Lies mich“, bei jeder Einladung, die uns erreicht, sollten wir uns fragen: Bringt es mir Freude?

Und dann: Wenn nein: Finger weg!

Der letzte Satz klingt nach Schulmeister, Oberlehrer, Lebensberater oder wie die Typen alle heißen, die ich nicht mag. ☹️ Daher diesen Satz bitte streichen.
 
Ein schönes Wochenende und immer schön fröhlich bleiben,
 
herzliche Grüße
Kurt

Kurt20

@Schmetterling04  

04. Juli 2026

Danke Moni! Ich melde mich am Sonntag. Schönes Wochende.

Bis dann,

herzliche Grüße
Kurt

Marlen13

Lieber Kurt.
glücklich sein kann man meistens nur kurz,
dann hat uns der Alltag wieder im Griff.
Es sei denn, es ist die ganz große Liebe - die ein Leben lang anhält,
LG Marlen 

Kurt20

@Marlen13  

Du hast recht, liebe Marlen. Leider.

Das ganz große Glück ist selten, flüchtig und hält oft nicht, was es verspricht.

Wolf Schneider erzählt von einem Lottogewinner, der eine Million gewann, sie innerhalb von 22 Monaten mit Bardamen und Zechkumpanen verjubelte, an seiner Stammkneipe ein Schild mit der Aufschrift „Wegen Reichtum geschlossen“ anbrachte und danach wieder arm war wie eine Kirchenmaus.
Wie gewonnen, so zerronnen. Vielleicht war er ja immerhin ein Jahr lang glücklich.

Du schreibst: „Es sei denn, es ist die ganz große Liebe, die ein Leben lang anhält.“ Das mag stimmen.

Doch gerade dort liegen Glück und Leid eng beieinander. Auf jeden Menschen, der dieses große Glück erlebt, kommt vielleicht einer, eher mehr, den die große Liebe an den Rand des Abgrunds geführt hat.

Ich glaube, dass wir im Alltag immer wieder viele kleine Glücksmomente erleben können, wenn wir dafür unser Sensorium einsetzen und damit eine glückliche Grundstimmung erzeugen.

Das ist natürlich nicht das große Glück, aber doch schon eine ganze Menge.

Liebe Grüße
Kurt

Rosi65

Hallo Kurt,

besonders schön, wenn sich so ein kleines Glück manchmal sogar noch vermehren kann...

Direkt vor mir an der Ladenkasse stand ein Junge mit einer großen Colaflasche. Plötzlich bückte er sich und hob einen Papierklumpen auf, den jemand offensichtlich verloren hatte. Als er das Papier glatt strich, entpuppte sich sein Fund als ein 50,- Euroschein! Der junge Finder konnte sein Glück gar nicht fassen. Er deutete immer wieder auf die Stelle, an der er den Schein gefunden hatte. 
Strahlend zeigte mir der Knabe seinen Schatz und drückte ihn danach ganz fest an seine Brust.
Ja, und ich freute mich richtig für ihn mit. Wir verständigten uns mit Gesten, denn ich verstand  weder seine Sprache noch konnte ich sie einordnen. Ob es vielleicht ein Sinti-Junge war?
Die anderen Kunden in der Warteschlange hatten gar nichts davon mitbekommen.

Am nächsten Tag, was für ein Zufall, fand ich auch einen verknautschten Geldschein, direkt vor unserer Haustür. Es war zwar nur ein 5,-Euroschein, aber eine freudige Überraschung.😊

Rosi65


 

Kurt20

@Rosi65  

03. Juli 2026

Liebe Rosi,

eine herzerwärmende Geschichte.

Da hat es doch mal den Richtigen getroffen, und Du hast Dich für den Jungen mitgefreut (ich auch, und wahrscheinlich die meisten hier).

Dass Dir dann am nächsten Tag direkt die fünf Euro vor die Füße geflattert sind, war vielleicht ein kleiner Gruß des Schicksals.

Möglicherweise ist es nicht immer blind.

Wenn es mit etwas Gutem ab und zu die Richtigen trifft, sollten wir ihm applaudieren.

Vielleicht spornen wir es damit an, das öfter zu tun.

Ein schönes (kühles) Wochenende und herzliche Grüße
Kurt

Kurt20

@Rosi65  

02. Juli 2026

Eine sehr schöne und berührende Geschichte, liebe Rosi.
Ich melde mich morgen nochmals bei Dir.

❤️liche Grüße
Kurt

Globetrotter

Lieber Kurt,
der Mensch denkt, Gott lenkt.

Ich kann mir noch so fest vornehmen glücklich zu sein und alle Fesseln abzustreifen. Doch manchmal....ja manchmal spielt das Universum/Schicksal partout nicht mit, und hat eben etwas anderes vor. Aber was????? Das Leben bleibt spannend.

LG Gisela🙋‍♀️

Kurt20

@Globetrotter  

02. Juli 2026

Danke, Gisela,

Du schreibst: „Manchmal spielt das Universum/Schicksal partout nicht mit und hat eben etwas anderes vor.“

Ja, dagegen ist kein Kraut gewachsen, liebe Gisela.

Möglicherweise ist sogar die Annahme, man könne in seinem Leben überhaupt irgendetwas beeinflussen, nicht mehr als ein frommer Wunsch. Vielleicht gilt: Was kommt, das kommt und wir haben keinerlei Einfluss darauf.

Würde das zutreffen, könnte ich mich beruhigt zurücklehnen, eine Zigarre rauchen, ein Gläschen trinken und der Dinge harren, die da kommen. Das wäre schön. 

Nur leider glaube ich – und das ist lästig ! –, dass ich manchmal in der Lage bin, wenn auch nur ganz selten, etwas in meinem Leben beeinflussen zu können.

Und bis zum Beweis des Gegenteils bin ich dazu verdammt, es immer wieder zu versuchen.

Liebe Grüße Kurt

Globetrotter

mir fällt gerade noch dieser eine Satz ein:

Wenn du immer nur das tust, was dir Spaß macht, ist wenigstens einer glücklich! 

LG Gisela🙋‍♀️

Kurt20

@Globetrotter  

Und viele andere auch, liebe Gisela. Glück steckt an 😉!

❤️lichst,
Kurt

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