Drücken Sie die 1....


Drücken Sie die 1....
Drücken Sie die 1 …

Technik ist etwas, von dem wir fast alle profitieren – das ich aber manchmal auch verfluchen könnte. Besonders dann, wenn es um Telefongespräche mit Behörden, Banken und ähnlichen Einrichtungen geht.

Zuerst kommt die obligatorische Mitteilung, dass „dieses Gespräch zu Schulungszwecken aufgezeichnet werden kann“, gefolgt von einer längeren Erklärung, wie und wo ich die gesuchte Antwort vielleicht auch selbst auf der Internetseite hätte finden können.

Dann beginnt der Hindernislauf:

Ich muss mich durch unzählige Auswahlmöglichkeiten kämpfen: Drücken Sie die 1 für dieses, die 2 für jenes, die 3 für etwas anderes …

Oft habe ich schon vergessen, wofür die Nummer 2 stand, bevor die Ansage überhaupt bei Nummer 10 angekommen ist – und darf mir das Ganze noch einmal anhören!

Wenn ich endlich glaube, die richtige Nummer gewählt zu haben, folgt die nächste Ansage:

„Um Ihre Anfrage schneller bearbeiten zu können, geben Sie bitte Ihre Kundennummer ein und bestätigen Sie mit der Raute-Taste.“

Ich gebe gerne zu: Wenn sich bei den ersten Auswahlmöglichkeiten die Chance bietet, direkt mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden, wähle ich sie – ohne zu zögern!

Aber wie wird das erst später im Leben, wenn es vielleicht noch schwieriger wird, sich durch „Drücken Sie die 1 …“, „Drücken Sie die Stern-Taste …“ und „Bestätigen Sie mit der Raute-Taste“ zu kämpfen?

Ich kann mir schon heute vorstellen, wie wütend, hilflos und frustriert mich das machen wird – schließlich bin ich es ja jetzt schon!

Was ist, wenn die Augen schlechter werden, die Finger langsamer und das Gedächtnis sich nicht mehr zehn verschiedene Auswahlmöglichkeiten merken kann?

Können wir nicht einfach einen richtigen Menschen ans Telefon bekommen – bitte?

Kommentare (4)

Sam0

https://www.youtube.com/watch?v=Hy5OApFulTQ&list=RDHy5OApFulTQ&start_radio=1

ladybird

Liebe LiseDK,
Du hast wahrlich den Fortschritt "Technik" richtig geschildert, für unsere Generation ist diese Technik eine Herausvorderung, bzw Übervorderung.
Schlimmer erlebe ich das, wenn ein Roboter die bestellte Speise an den Tisch bringt. Da merke ich, wie sich die Haare auf der Haut ,zur Gänsehaut entwickeln......
da schließe ich mich indeeds  und auch Deinem Rat an.....und mache die Faust in der Tasche.....und beisse mich weiter durch..
Grüße aus dem Rheinland von 🐞-ladybird(Renate)

 

indeed

Liebe LisaK,

davon kann ich auch ein Lied singen und es kostet sehr viel Nervensubstanz, um an sein Ziel zu kommen. 
Mir erging es oft so, als ich Probleme mit meiner FrixiBox hatte und kam nach langem Hin und Her endlich beim Kundenservice an. Der konnte nichts ausrichten und verband mich mit der Technischen Abteilung. Meine Box hatte sich verabschiedet (es rauchte und den Geruch habe ich Gott sei Dank schnell bemerkt). An der Leitung hatte ich eine Dame, die meinen Zugang prüfte, der damit nichts zu tun hatte. War natürlich alles in Ordnung. Ich verlangte einen Techniker und musste sehr energisch werden, bis sie mir einen zusicherte. Aber ich sollte ein Kabel besorgen, welches ich im einschlägigen Geschäft besorgen sollte und das tat ich auch.
Dann kam am nächsten Tag der Techniker und besah sich den Schaden. Ich gab ihm das Kabel und er fragte mich, was er damit solle . . .

Ich konnte das Kabel zurückgeben. Zeit verloren, Nervensubstanz gelassen und ich musste eine neue Box kaufen.

Das ist nur ein Beispiel von vielen, was ich erleben musste.

Ich kann es nur zu gut nachempfinden, wie du empfindest. Dabei ist die automatische Ansage beim Mediziner gar nichts. 

Dabei bin ich eigentlich immer der Technik gegenüber aufgeschlossen begegnet. Heute habe ich zu wenig Hintergrund bzw. Basiswissen und wenn ich mich erkundige gibt You Tube noch die besten Antworten.

Trotzdem ist die Technik ein sehr wichtiger Baustein und wir haben so viele Vorteile, die wir eigentlich gar nicht als solche mehr erkennen, weil sie selbstverständlich in unserem Alltag benutzt werden. Auch die Forschung auf den verschiedensten Gebieten profitiert davon.
Auch in der Diagnostik.

Also üben wir uns in eine Faust zu machen in der Tasche und beissen uns durch - irgendwie.

Mit lieben Grüßen
indeed - Ingrid

LiseDK

@indeed
Liebe Ingrid,
ja, genau so ist es – manchmal kostet uns die Technik mehr Nerven, als sie uns Arbeit abnimmt! 😊
Aber du hast natürlich recht: Auf ihre vielen Vorteile möchten wir trotzdem nicht mehr verzichten.
Also: Faust in der Tasche – und weiter! 😄
Liebe Grüße
Lise 

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