Die Zumutungen des Lebens
Die größte Zumutung, oder vielleicht kann man es auch Herausforderung nennen, in einem Leben ist nach meinem Empfinden, wenn einem ein geliebter Mensch genommen wird.
Wie ist es nun mit den Zumutungen des Lebens? Ist die Voraussetzung, sie bewältigen zu können, ein mutiger Mensch zu sein? Was ist mit den ängstlichen Menschen? Wächst ihnen vielleicht Mut zu, wenn sie es schaffen, zumindest den ersten Schritt in Richtung Bewältigung zu tun oder müssen sie sich einfach mutlos ergeben und hinnehmen, was ihnen das Leben vorsetzt? Oder ist es gar so, dass einem Menschen nie mehr zugemutet wird, als er tragen kann? Steht es nicht so ähnlich in der Bibel, dass keinem mehr aufgebürdet wird, als er tragen kann? Was ist dann mit den Menschen, die an ihrem Leben scheitern, weil sie das, was ihnen zugemutet wird, eben doch nicht tragen können?
Warum etwas so und nicht anders ist, warum die einen scheitern, die anderen stärker werden durch die Zumutungen des Lebens, dafür gibt es vielleicht Erklärungen in der Psychologie oder auch spirituell, wer sich auf einem solchen Weg befindet und doch gehört das möglicherweise zu den Geheimnissen des Lebens.
Kommentare (10)
Für die geschenkten 💗chen sage ich lieben Dank an
Songeur
chris33
JuergenS
Kurt20
Christine62laechel
ladybird
Rafa
LisaK
iverson
Klara39
Brigitte
"Was ist dann mit den Menschen, die an ihrem Leben scheitern, weil sie das, was ihnen zugemutet wird, eben doch nicht tragen können?"
Liebe Brigitte,
als Kind hatte ich das Glück, und durfte noch den Großonkel und die Großtante kennenlernen. Sie lebten ganz bescheiden und freuten sich immer sehr, wenn wir sie besuchten.
Eines Tages starb die Tante ganz unerwartet. Nur zwei Tage später folgte ihr der Ehemann.
Auf der Beerdigung vermuteten die Erwachsenen damals, er wäre vor Kummer gestorben.
Die Leute hatten wohl recht, denn die Medizin bezeichnet dieses traurige Phänomen heute als "Broken-Heart-Syndrom".
Rosi65
@Rosi65
Von diesem Broken-Heart-Syndrom habe ich auch schon gelesen und auch immer wieder mal gehört, dass beim Tod des geliebten Menschen der andere ihm fast unmittelbar folgt, weil es eine tiefe, innige Verbindung gab. Das zeigt, liebe Rosi, wie eng doch Körper und Seele verbunden sind und, wenn es der Seele zu viel wird, reagiert der Körper entsprechend. Auch hier kann man doch wieder nur sagen, dass es schicksalhaft ist. Immer wieder stoßen Menschen an Grenzen, wo sie sich sozusagen fügen müssen, weil sich etwas nicht ändern lässt. Warum eine(r) daran zerbricht und ein(e) andere nicht, das wird wohl nicht wirklich ergründet werden können.
Danke für deinen Kommentar, herzliche Grüße und einen guten Sonntag wünsche ich dir
Brigitte
Liebe Brigitte, solche Fragen wie du in deinem Eintrag, habe ich mir in meinem Leben oft stellen müssen. Ich war ein sehr ängstliches Kind, wahrscheinlich durch mein nicht freundliches Elternhaus so gestaltet. Und mit dieser Last musste ich durch; wahrscheinlich bin ich ein Beweis dafür, dass uns stark das machen kann, was uns nicht umbringt.
Ich weiß, was das bedeutet, wenn ein wichtiger Mensch genommen wird, mehrere sogar. In einem Fall – weil der Mensch eben gescheitert hatte, etwas nicht mehr tragen konnte/wollte (2005). Ein Stein am Herzen, den man nie loswerden kann.
Ich denke mir: vielleicht musste ich das alles erfahren, um wenigstens im Alter stärker zu werden.
Heute habe ich gelesen, dass die kontroverse Sängerin Madonna mal wieder etwas untenommen hat, mit ihren 68 Jahren. Tja, singen werde ich nicht mehr, Freude und Zufriedenheit kann ich aber immer noch genießen, sogar humorvoll sein. Das habe ich unter anderen dem ST zu verdanken, dem ich total zufällig im Internet begegnet war. Manchmal fühlt man sich an der Hand geführt. Wie schön, dass es mal auch solche Momente gibt.
Mit herzlichen Grüßen
Christine
@Christine62laechel
Mir ist es ähnlich ergangen, liebe Christine, auch ich hatte ein schwieriges Elternhaus. Solche Kinder haben keinen leichten Start ins Leben und müssen sich vieles selbst erarbeiten, weil Eltern ihnen nicht oder kaum das notwendige „Werkzeug“ an die Hand gegeben haben, wie man sein Leben meistert. Aber manchmal fügt es sich, dass im späteren Leben sich Dinge auftun, die helfen können. Warum einem immer wieder auch die Kraft zuwachsen kann, das zu meistern, was das Leben einem vorsetzt, auch den Verlust lieber Menschen, auch das kann man vielleicht nicht wirklich ergründen. Man kann manches einfach nur als Schicksal ansehen.
Es ist möglich an Ereignissen im Leben, die tief berühren, zu reifen, aber es gelingt eben nicht jedem. Vielleicht ist hier wieder Dankbarkeit angesagt, dass man es bis hierher geschafft hat und im besten Fall das, was schwer war, in einem gewissen Vertrauen ins Leben annehmen kann.
Danke für deinen Kommentar, herzliche Grüße und einen guten Sonntag wünscht dir
Brigitte
Liebe Roxy,
wenn die Zumutungen für einen Menschen zu viel sind, dann endet sein Leben, oder er wird stärker; jedenfalls ist es bei mir so.
Die jetzige wohl sehr starke Zumutung kann ich daher mit Würde tragen (sagt jedenfalls mein Umfeld).
Weshalb die Zumutungen immer gerade dann besonders heftig zuschlagen, wenn man sich mal wieder besonders glücklich und zufrieden fühlt, bleibt das Geheimnis der Schöpfung.
Liebe harzliche Grüße
von Heidi
@pippa
Das, liebe Heidi ist mir auch schon aufgefallen, dass Zumutungen oft „zuschlagen“, wenn man gerade eine zufriedene und glückliche Phase hat. Möglicherweise hängt das damit zusammen, weil das Leben eben nicht gradlinig sondern in Wellengängen verläuft. Warum das so ist, da stimme ich dir zu, bleibt ein Geheimnis der Schöpfung. Damit kann man hadern oder versuchen damit umzugehen. Und hier kommt wieder, wie in der Antwort an Ursula geschrieben, der Überlebenswille ins Spiel. Manchmal aber frage ich mich auch, wie es wohl kommt, dass die einen Menschen anscheinend über mehr Kraft verfügen als andere.
Ich stimme dir auch zu, dass Krankheit und der Verlust der körperlichen Unversehrtheit eine sehr große Zumutung ist, die du aber gelernt hast zu meistern. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und grüße dich herzlich
Brigitte
Ich liebe es, liebe Roxanna, Wortverknüpfungen nachzuspüren.
Mut ist so ein wichtiges Wort.
Allein stehend: "dazu gehört Mut", sie "hat Mut",
zu dem mutig das Gegenteil mutlos . . . ermutigen - entmutigen
Ermutigung - Entmutigung - Mutprobe, Mutbeweis - Mutwillen
Mut zu haben, ist eine Gabe. Die antiken Helden strotzten vor Mut. Auch im Märchen halfen Mut und Geschicklichkeit zum Erfolg.
Dieser Mut kann in aussichtslosen Lagen jedoch auch dem Mutlosen zuwachsen, die Natur liefert das Nötige, um zu überleben.
Das ist wohl auch das Geheimnis des Lebens, Zähigkeit zum Überleben zu liefern.
Du hast mich zum Nachdenken gebracht, herzlichen Dank.
Manche Wanderlieder fangen so an:
"Frisch auf . . .
In diesem Sinne grüßt Dich herzlich
Ursula
@U. Petri
Diese Zähigkeit zum Überleben, liebe Ursula ist wohl in Menschen angelegt, sonst wären sie wahrscheinlich schon längst ausgestorben. Und aus diesem Überlebenswillen kann auch der Mut erwachsen mit den Unbillen des Lebens umzugehen und sich ihnen zu stellen. Aber es kann auch vorkommen, dass der Lebenswille sozusagen bricht, wenn es zu viel wird, was das Leben zumutet und wenn es sich um Ereignisse handelt, die einen Menschen zutiefst in seinem Inneren erschüttern und möglicherweise niemand da ist, der helfen kann. Das Leben ist vielseitig mit all seinen Facetten und warum den Menschen unterschiedlich viel zugemutet wird, das bleibt wohl ein Geheimnis.
Ich finde es im übrigen auch interessant, sich mit Wörtern zu beschäftigen. Sprache, die Herkunft und Zusammensetzung von Wörtern, da kann man viel Interessantes entdecken.
Danke für deinen Kommentar, herzlichen Gruß und einen guten Sonntag wünscht dir
Brigitte
Für weitere hinzugekommene 💗chen sage ich lieben Dank an
aurora
Marlen13
Jutta
teri
Holsteinerin
pippa
und schicke herzliche Grüße mit
Brigitte