Die Zeitungskioske



Als ich noch klein war, gab es viele Kioske in meiner ehemaligen Heimatstadt. Es gab da nicht nur Presse und Zigaretten zu kaufen, sondern auch Kosmetika, Reinigungsmittel, Spielzeug, Hefte, Kugelschreiber, und vieles mehr. Sie waren von früh bis spät auf, wenn die Geschäfte also schon geschlossen gewesen, konnte man noch schell zu einem Kiosk laufen, um sich das Nötige zu holen.

Nach der Wende gab es immer mehr Läden und Markets; die Kioske schlossen einer nach dem anderen, denn es gab zu wenig Kunden, es lohnte sich nicht mehr. Wer schon mal etwas brauchte, ging eher in einen Laden, um eventuell alles an einem Ort zu bekommen, vielleicht auch preiswerter.

Früher waren Kioske auch an Bahnhöfen oft zu finden, und sie boten den Reisenden vieles an, was man während einer längeren Fahrt auch brauchen könnte. Jetzt sind die Bahnhöfe oft den Handelszentern ähnlich; manchmal geht es soweit, dass man kaum Auskunft oder Fahrkartenkassen finden kann, wenn zum ersten Mal da.

In der Stadt, wo ich jetzt lebe, funktionieren noch einige Kioske, darunter einer in der Nähe. Er wird von zwei Damen betrieben, Mutter und Tochter. Öffnungszeiten: von 5.00 Uhr früh bis 17.00. Ich besorge mir da meine Kreuzworträtselhefte, und ab und zu auch noch Anderes, wenn ich keine Lust habe, weiter zu laufen. Nicht gerade schön ist der Kiosk, und man kann sicher weniger da bekommen, als in einem Supermarkt. Wenn man aber mal vorbeigeht, sieht man oft, dass eine oder sogar einige Personen etwas kaufen wollen, oder einfach kurz mit der wahrscheinlich bekannten Verkäuferin plaudern.






(eigenes Titelfoto, mit Genehmigung von der Kioskeigentümerin)

Kommentare (13)

Rosi65

Liebe Christine,

gerade hier im Ruhrgebiet hatte "die Bude an der Ecke" wohl schon immer Kultstatus.
War sie doch früher, nicht nur ein sozialer Treffpunkt, sondern manchmal auch als Notversorger der letzte Rettungsanker.
Es gibt natürlich immer noch viele davon, auch wenn sie durch die längeren Öffnungszeiten von Tankstellen und Supermärkten inzwischen große Konkurrenz bekamen.

Viele Grüße
  Rosi65

Christine62laechel

@Rosi65  

Das war und ist wirklich so, liebe Rosi: früher konnten die Kioske eine wichtige Rolle spielen, weil an allen Ecken da, und länger auf, als die meisten Läden. Wenn mal ganz nah am Haus, konnte man manchmal Leute sehen, die nicht mehr komplett angezogen noch schnell dahin gelaufen waren, weil Zigaretten vergessen, oder so. Ja, die Tankstellen, immer reicher versorgt,  können wirklich dazu beibringen, dass sich die Kioske doch mal ganz abmelden. 😏

Mit herzlichen Grüßen
Christine

indeed

Liebe Christine,

in Xanten nennt man den Kiosk auch Trinkhalle. Ich glaube, den gibt es immer noch.

Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende schickt und wünscht dir

Ingrid

Christine62laechel

@indeed  

Stimmt, liebe Ingrid. Ich dachte, bevor ich nachgeschlagen habe, Trinkhalle wäre ein Name für den Raum in einem Kurort, wo man Mineralwasser trinken kann. 😊 In meiner ehemaligen Heimatstadt, einem Kurort eben, gibt es natürlich auch so eine kleine Halle, die ein Teil von einem schönen, alten Gebäude aus Holz ist. Deswegen nennt man es einfach Scheune, obwohl der echte Name ganz stolz: Bristol.

Ein schönes Wochenende ebenso,
und mit herzlichen Grüßen
Christine

Marlen13

Man trifft sie sogar noch heute vieler Orts an.
Ich gehe auch ab und zu mal kurz hin, 
finde immer eine Kleinigkeit etwas dort zu kaufen,
verbunden mit einem kleinen Schwätzchen ist - es eine Abwechslung für mich.
Wünsche dir ein harmonisches Wochenende liebe Christine.
Liebe Grüße ❤️ lichst Marlen 
 

Christine62laechel

@Marlen13  

Liebe Marlen, ich glaube, dass diese Kleinigkeiten es eben sind, was man so gerne ab und zu an so einem Kiosk kauft. Und sonst - ein kleiner Spaziergang, und paar nette Worte getauscht. Ich glaube, das mögen die VerkäuferInnen auch gern. Mehrere Stunden lang können sie kaum etwas aus dem meistens kleinen Fenster sehen, sie können sich auch kaum bewegen, und so vergeht auch ihnen die Zeit schneller und angenehmer. 😊

Mit herzlichen Grüßen
Christine

ladybird

Liebe Christine,
im Rheinland heißen die Kioske= "Büdchen",(von Bude) auch hier in Köln, verschwinden sie nach und nach..ich weiß, dass diese "Büdchen" eine wichtige 
Kommunikations-stelle , bzw. auch Treff war. Manche Büdchen-besitzer boten auch ein "Käffchen" (Tasse Kaffee) an .Wir Rheinländer sind ja als gesprächs-freudig sowieso bekannt, so waren diese Büdchen sehr beliebt.....und gehörten zum Stadtbild.
Danke Dir für diese nette Erinnerung, herzlichst 🐞-Renate

Christine62laechel

@ladybird  

Liebe Renate, in meiner Muttersprache natürlich auch "budka", und das kommt natürlich aus dem Deutschen. Und ein Treffpunkt - wie sonst. Mit 13 Jahren habe ich mich - zu einem allerersten Mal - mit einem 14-Jährigen am Kiosk verabredet, und so nervös gewesen, dass ich zu früh kam, und musste auf ihn warten. Das war mir später nie passiert. 😊 Dann konnte mich der Kiosk auch lange nicht mehr in der Rolle sehen, denn ich fand so etwas wie Dates total uninteressant, und die Jungs kindisch. 😉

Hoffentlich bleiben die Kioske doch noch eine Weile da, oder vielleicht werden sie zu etwas ganz Besonderem evoluieren?

Mit herzlichen Grüßen
Christine

JuergenS

@Christine62laechel  



😃

Roxanna

Es gibt sie noch, liebe Christine, jedenfalls in Freiburg, aber es sind weniger geworden. Und manche bieten inzwischen auch kleine Imbisse an. Ich glaube, dass sie ihre Stammkunden haben für Zeitschriften und Tabak und vielleicht auch für Süßigkeiten und dass die auch mal für ein Schwätzchen vorbeikommen, weil man sich schon viele Jahre kennt. In den Bahnhöfen, jedenfalls den größeren, gibt es keine mehr, die sozusagen alles anbieten, weil es dort inzwischen so viele Geschäfte gibt, von den Imbissen gar nicht zu reden. Schade eigentlich, dass auch sie wahrscheinlich eines Tages ganz verschwinden werden. 

Leider sind sie auch manchmal Treffpunkte für alkoholkranke Menschen, weil sie eben auch solchen verkaufen.

Fast möchte ich sagen, ein schönes nostalgisches Thema, aber noch gibt es sie ja.

Herzlichen Gruß
Brigitte

Christine62laechel

@Roxanna  

Recht doch, würde ich sagen, liebe Brigitte: ein wenig nostalgisch schon, denn die Kioske von Heutzutage sind nur kaum denjenigen ähnlich, an die wir uns erinnern können. Sie waren, vor allem hier, nie irgendwie schön und sehr gut versorgt; ich hatte aber den Geruch vom gedrucken Papier sehr gern. Die meisten VerkäuferInnen waren so freundlich, wie es damals doch üblich war. Ich glaube, das war vor allem in kleinen Orten so, wo man sich ja kannte. 

Von Lebensmitteln wären hier eher nur Süßigkeiten und Getränke zu bekommen. Das finde ich gut; manche Leute müssen so früh zur Arbeit, dass es keine Geschäfte offen unterwegs geben kann, und man konnte am Tag davor vergessen haben, sich so etwas zu besorgen.

Als Kind hatte ich einen Kiosk besonders gern, mit einem großen Schaufenster, und Spielzeug da. Ich konnte mit einer Freundin von damals lange davor stehen, und über die schönen - in unseren Augen - Dinge plappern. 

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Elou

ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem kiosk was gekauft zu haben - aber es gab auch keine, egal wo ich wohnte, auch nicht in kindertagen .. LG

Christine62laechel

@Elou  

Das könntest du doch mal versuchen, liebe Elou, solange es die Kioske noch gibt. Ich habe nicht nur vielmals etwas da gekauft, sondern auch kurz gearbeitet, mit 20 Jahren. Das war aber kein richtiger Job für mich: langweilig, und stundenlang so gut wie keine Bewegung. 

Mit Grüßen
Christine

Anzeige