In den Jahren von 2000 bis 2004 lebte ich in einer Kellerwohnung in Osnabrück. Der etwas noblere Begriff für "Kellerwohnung" ist Souterrain-Wohnung, aber Kellerwohnung passt in dieser Geschichte ganz gut. 
Anfangs fühlte ich mich wohl in dem Haus in Uni-Nähe. Die anderen Mieter waren nett und wenn es etwas zu Feiern gab, machten wir das gemeinsam. Auf die Koch-Abende an den Wochenenden freute ich mich besonders, denn es gab immer leckeres Essen. Indische Küche, alles selbst gemacht. 

Eines Morgens kam ich ich meine Küche und bemerkte Mäuse-Köttel auf dem Boden. Sofort kontaktierte ich meinen Vermieter, damit etwas gegen die Maus unternommen wurde. Mein Vermieter rührte sich nicht. Auch andere Mieter sagten, sie hätten Mäuse im Haus gehört; nachts, wenn sie die Hohlräume zwischen den Wänden rauf- und runter kletterten. Auch sie beschwerten sich beim Vermieter. Der stellte sich tot und war fortan nicht mehr erreichbar. 

Während wir im Haus noch darüber diskutierten, was gegen die Mäuse unternommen werden sollte, wachte ich eines Nachts auf, weil eine Maus an meinen blonden Haaren knabberte, wohl in der Annahme, es wäre Getreide. Bevor ich richtig wach wurde, machte sich die Maus aus dem Staub. Mit einer Taschenlampe suchte ich das ganze Schlafzimmer ab, fand sie aber nicht und legte mich erneut schlafen. 

Als ich am anderen Morgen aber in die Küche kam und meine Schoko-Kekse auf wundersame Weise verschwunden waren und stattdessen neue Mäuse-Köttel auf dem Boden vorfand, hatte ich endgültig die Faxen dicke. Ich schrieb an den Oberbürgermeister von Osnabrück und schilderte ihm das Problem. Der wiederum schickte uns die Baubehörde ins Haus. Und was die fand, lässt einem die Haare zu Berge stehen!

Während sie durchs Haus liefen, dokumentierten sie die Baumängel.
Allein in meiner Wohnung fanden sie, dass die Deckenhöhe zu niedrig war. Das Tageslicht, das die Wohnung bekam, war nicht ausreichend und wenn es in der Wohnung gebrannt hätte, wäre ich nicht mehr lebend rausgekommen. Die Baubehörde gab mir drei Wochen Zeit, eine neue Unterkunft zu suchen. Auch zwei andere Mieter aus den Dachwohnungen mussten raus; auch wegen Baumängeln. Unser Vermieter musste unseren Umzug bezahlen und verlor das Haus. 

Der Knaller kommt aber zum Schluss: 
Nachdem ich mich beim Osnabrücker Wohnungsamt als "Wohnungssuchend" gemeldet hatte, wurde mir meine gerade geräumte Kellerwohnung zur Miete angeboten.....

..... ich lehnte das Angebot dankend ab.

Kommentare (7)

Rosi65

Hallo LInzette,

beim Lesen Deiner "Untermietergeschichte" habe ich fast eine Gänsehaut bekommen.
Sicher hattest Du bei diesem unangenehmen Erlebnis sogar noch Glück im Unglück gehabt, denn Mäuse können das gefährliche Hanta-Virus übertragen. Dazu reicht allein schon das Einatmen von (kontaminierten) aufgewirbelten Staub.
Aber es scheint ja am Ende noch alles gut gegangen zu sein.😉

Herzliche Grüße
    Rosi65

 

Linzette

@Rosi65  , ans Hanta-Virus habe ich damals nicht gedacht, aber ich habe den Umzug trotz einer Gürtelrose-Erkrankung durchziehen müssen. Das war auch nicht ohne.

cecile

Ein ernstes Thema, leider immer wieder aktuell, aber mit viel Humor erzählt. Und dann noch der unglaubliche  Hammer zum Schluss .. 

Danke für diesen ausgezeichneten Text, ich habe ihn wirklich genossen!

Gruß
Cécile

Linzette

@cecile  , danke für´s Lesen und Kommentieren.

indeed

Das ist schon kurios, um es einmal harmlos auszudrücken. Mich interessiert aber, ob du im Amt die Situation geklärt hast oder es bei einem Nein Danke belassen hast.

LG
indeed

Linzette

@indeed  , soweit ich mich erinnere, habe ich dem Wohnungsamt gesagt, dass ich aus dieser Wohnung vom Bauamt rausgeworfen wurde. Ich habe das aber nicht weiter verfolgt, da es nicht mehr mein Problem war. 

indeed

@Linzette  

Dann wurden sie entsprechend informiert und das ist auch nach meinem Empfinden richtig so. Danke für deine Antwort.

LG indeed

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