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Die Liebe im Alter
Das ungleiche Paar
Ein Greis, ein ganzer Turm der Zeit,
Hundertzehn Jahre – Ewigkeit.
Sein Rücken krumm, das Haar wie Schnee,
Doch in den Augen glänzt ein See
Voll alter Träume, tief und weit,
Er sucht das Glück der Zweisamkeit.
Hundertzehn Jahre – Ewigkeit.
Sein Rücken krumm, das Haar wie Schnee,
Doch in den Augen glänzt ein See
Voll alter Träume, tief und weit,
Er sucht das Glück der Zweisamkeit.
„Zu jung“, sagt er, „sind jene achtzig,
Da fehlt der Ernst, da ist man fahrig.“
Er sucht ein Herz mit mehr Gewicht,
Das seine Sprache, sein Gestern spricht.
Da sieht er sie, die Anmut pur:
Ein wahres Kind der Erdnatur.
Da fehlt der Ernst, da ist man fahrig.“
Er sucht ein Herz mit mehr Gewicht,
Das seine Sprache, sein Gestern spricht.
Da sieht er sie, die Anmut pur:
Ein wahres Kind der Erdnatur.
Erst neunzig Lenze zählt ihr Gang,
Ein junges Ding, noch voller Drang.
Mit ihrem Stock, fast wie beim Tanz,
Hat sie noch diesen Jugendglanz.
Er reicht ihr zitternd eine Hand:
„Komm mit in mein Abendland.“
Ein junges Ding, noch voller Drang.
Mit ihrem Stock, fast wie beim Tanz,
Hat sie noch diesen Jugendglanz.
Er reicht ihr zitternd eine Hand:
„Komm mit in mein Abendland.“
Doch hinter dem Lächeln, im Schatten der Zeit,
Liegt das Wissen um Abschied und Einsamkeit.
Sie zählen nicht Tage, sie zählen den Moment,
Weil keiner von beiden das Morgen recht kennt.
Ein Händedruck nur, ein stummes Verstehen,
Bevor sie gemeinsam im Abendlicht gehen.
Liegt das Wissen um Abschied und Einsamkeit.
Sie zählen nicht Tage, sie zählen den Moment,
Weil keiner von beiden das Morgen recht kennt.
Ein Händedruck nur, ein stummes Verstehen,
Bevor sie gemeinsam im Abendlicht gehen.
Sie ziehen nun los, im Schneckengang,
Zusammen zweihundert Jahre lang.
Die Welt mag eilen, die Welt mag schrein,
Sie sind sich gegenseitig – jung zu zwein.
Zusammen zweihundert Jahre lang.
Die Welt mag eilen, die Welt mag schrein,
Sie sind sich gegenseitig – jung zu zwein.
Doch sie flüstert ihm zu, mit Schalk im Gesicht:
„Ganz ohne Gefahr ist die Liebe wohl nicht.
Doch eines, mein Schatz, das verspreche ich dir:
In zwanzig Jahren, da gehörst du nur mir!
Dann bist du erst reif und ein richtiger Mann –
ich zieh dich bis dahin noch ein bisschen ran.
©F.R.K. „Ganz ohne Gefahr ist die Liebe wohl nicht.
Doch eines, mein Schatz, das verspreche ich dir:
In zwanzig Jahren, da gehörst du nur mir!
Dann bist du erst reif und ein richtiger Mann –
ich zieh dich bis dahin noch ein bisschen ran.
Kommentare (3)
werderanerin
Wunderbar und fröhlich beschrieben, Sam...und ich schmunzle dabei, habe ich gerade in den letzten Tagen eine Sendung über "100 Jährige" gesehen...
Ich ziehe den imaginären Hut vor Menschen, die derart jung bleiben..., wenngleich hin und wieder eben die alten Knochen das nicht mehr so recht mitmachen wollen. Ich staune oft auch über dieses "immer noch jung bleiben im Kopf" und glaube, genau das ist es, was diese Menschen 100 + werden lassen. Dabei bleiben, mitmachen, auch immer wieder neues ausprobieren, teilhaben am Leben.
Kristine
Einfach Klasse!
Eigentlich wollte ich die Hundert nicht anstreben, aber dein Gedicht lässt mich nachdenken....
Heiter grüßt Ingrid,79