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die Hüterin der Krone
von Elizabeth Chadwick
Mathilde, einzige legale Erbin König Henry I. wird von ihrem Vater mit einem deutschen Hochadligen verheiratet. Nach dessen Tod holt Henry seine Tochter wieder nach England zurück, da er vorhat, durch ihre Wiederverheiratung weitere Länder unter seine Kontrolle zu bringen. Denn was Henry I. einmal in seinem Besitz hat, das gibt er nicht wieder her. Das muss auch Mathilde leidvoll erfahren. Nur mit massivem Druck heiratet die 23-jährige den wesentlich jüngeren Gottfried, der Anjou mit in die Ehe bringt. So will Henry die Südgrenzen seines Reiches - die Normandie schützen. Mathilde drängt auf Herausgabe ihrer Burgen - doch ihr Vater verweigert sie mit dem Hinweis, dass sie ja noch keinen Erben auf die Welt gebracht hat und somit eine Thronfolge für sie wohl nicht in Frage käme. Dadurch ist Mathilde gezwungen ein Kind zur Welt zu bringen. Henry bevorzugt trotzdem Mathildes Cousin Stephen, vergibt Ländereien, Titel und Schätze und lässt auf der anderen Seite seine Ritter den Eid schwören, dass sie Mathilde sowie deren Sohn als seine Nachfolger bestätigen. Henrys zweite Frau Adelize ist kinderlos, als Henry überraschend stirbt. Stephen macht sich diesen Überraschungsmoment zu Nutze und lässt sich zum König von England ausrufen, wird von der Kirche gesalbt und vom Papst bestätigt. Das zieht einen mehr als 20-jährigen Krieg nach sich, in welchem das Kriegsglück sich mal der einen Seite - dann wieder der anderen Seite zuwendet. Wie sie es schafft, wenigstens zeitweise Regentin Englands zu sein und wie sie die Hüterin der Krone für ihren Sohn Heinrich II. wird, erzählt dieses Buch sehr anschaulich und spannend. Die persönlichen Zwiespälte zwischen ihrer Stiefmutter und deren zweitem Mann - der Spagat zwischen Ehrgefühl und Gefolgschaft, alles wird aus der Sicht des 12. Jahrhunderts lebendig.
Im Buch "das Lied der Königin" ist indirekt die Geschichte der Mathilde bzw. ihres Sohnes Heinrich weiter beschrieben.
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