"Die Blätter fallen"
als welkten in den Himmeln ferne Gärten
Sie fallen mit verneinender Gebärde
und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit
Wir alle fallen - diese Hand da fällt
und sieh Dir andere an - es ist in allen
Und doch ist Einer
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält
Rilke
Kommentare (6)
@indeed Ja, liebe Ingrid,
der Versanfang von Rilke und das Gedicht begleiten mich immer wieder, wenn ich die Blätter fallen sehe - jedes Jahr.
Das Ende ist so tröstlich zart - so möchte man sich fallen lassen können.
Liebe Grüße
Ursula
Jedoch die Blätter flattern hin und her
Sie haben keinen Halt nicht mehr
sie schaun sich nun die Gegend an
der Wind der bläst ist nun mal dran
und bringt den Blättern nun Vergnügen
bis irgendwo sie unten liegen.
@JuergenS . . .
bis irgendwo sie unten liegen
Doch das ist wahrlich kein Vergnügen
bei Kälte hier im Naß zu liegen!
Sie werden braun und faulen
und können nicht mal maulen. . .
Noch ein Gedicht zum Herbst von Rilke:
Herbstgedicht: Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.![]()
@mirisfad Ja, danke, dieses Gedicht von Rilke ist auch so bewegend.
Ich habe noch die zwei Zeilen im Gedächtnis:
"Herr, es ist Zeit - der Sommer war sehr groß. . .
Wer jetzt kein Haus hat baut sich keines mehr. . ."
Im Gegensatz zum ersten Gedicht , welches die Seele streichelt
macht dieses eher unruhig und trüb:
So mancher hat kein Haus mehr oder um altes Gemäuer weht der Wind. . .
Auf jeden Fall Gedanken, die Rilke ganz wunderbar ausgedrückt hat!
Ob ich wohl auch dieses Gedicht in Malerei verwandeln könnte??
Liebe Grüße
Ursula
Ich finde diesen Beitrag so wunderschön und immer wieder schaue ich mir dein herbstlich gemaltes Bild an, weil es so sehr viele Gedanken in mir auslöst.
Da passen die Worte von Rainer Maria Rilke besonders gut dazu. Mir fallen zu beidem noch viel anderes ein. Man kann träumen, traurig sein, aber auch sich mutig zeigen.
Liebe Ursula, vielen lieben Dank. Das hier ist für mich ein Bonbon und tut mir richtig gut.
Herzliche Grüße von
Ingrid - indeed