die Bestie
nun ist es schon eine ganze Woche her ..
ich ging spazieren im Dorf, gemächlich auf dem Bürgersteig, da öffnete sich eine Haustür, ein großer Hund schoss heraus und verbiss sich in meiner linken Brust - das alles in einer Sekunde!
instinktiv wollte ich abwehren mit den Armen, daraufhin biss er mir in die rechte Hand und auch noch in die linke ..
es floß Blut überall ..
nachhause waren es nurmehr wenige Minuten - dort rief ich bei meinem Arzt an, vollkommen im Schockmodus - ich durfte noch vorbei kommen, denn es war schon spät am Abend ..
er versorgte meine Wunden und verschrieb mir ein starkes Antibiotikum - Tetanus geimpft bin ich ..
anderntags erstattete ich bei der Polizei Anzeige gegenüber des Hundehalters, plus Strafantrag ..
tags darauf entwickelte sich in meiner Brust ein riesiges Hämatom, nahezu schwarz war es und nahm dreiviertel der ganzen Brust ein ..
wieder einen Tag später zerstörte das heftige Antibiotikum mein Darmmikrobiom, die Folge waren Darmkrämpfe und Durchfall - auch die Mundschleimhaut wurde angegriffen und zerstört, die Entzündung weitete sich bis auf die Lippen heraus aus ..

und das Trauma sitzt - ich traue mich nicht mehr spazieren zu gehn, und wenn ichs doch wage, dann sitzt mir große Angst im Nacken ://


das Bild oben zeigt ein "11chen", das ich dazu verfasste ©
 

Kommentare (15)

keyly

Hallo Elou!

Es ist schrecklich, was dir passiert ist, und dies noch dazu mit so langen Nebenwirkungen.

Eigentlich gibt es aber keine bösen Hunde. Es ist der Mensch, meist der Erstbesitzer, der Tiere zu "Bestien" macht. Ein normales Gehirn kann sich gar nicht ausmalen, welche Schicksale manche im Tierheim gelandeten Hunde hinter sich haben. Ich kenne Fotos, die einem die Tränen in die Augen treiben. Ein Hund, der bewußt von seinem Besitzer mit kochendem Wasser übergossen wurde, ein Hund, dem aus der Nähe in den Kopf geschossen wurde, und, und ....Es ist unfassbar, welche Bestien unter Menschen weilen. 

Es wäre früher auch undenkbar gewesen, jeden Tag über Beziehungsmorde zu lesen oder Messerstechereien einfach so, obwohl man das Opfer gar nicht kennt. 

Die Gesellschaft ist verroht und frustriert. Diese unbewältigten Probleme werden dann an den Tieren ausgelassen. Hier wären die Besitzer massiv zu strafen. Für mich ist ein Hund keine Ware, als welche er trotz Verbesserung seiner Stellung im Gesetz gilt und behandelt wird. 

Selbst die sogenanten Listenhunde sind in normalen Familien absolut nicht gefährlich, gelegentlich sogar Kampfschmuser.

Dass nach einem solchen Erlebnis Angst ein langer Begleiter bleibt, ist klar. Vielleicht hilft es ein wenig, in einem solchen Moment an die vielen Rettungshunde, Krankenhunde, Polizeihunde, Lawinenhunde oder auch Suchhunde nach Naturkatastrophen oder Kriegen zu denken. 

Ich wünsche vom Herzen alles Gute   Lydia mit Amica

Manchmal finde ich das Service hier etwas übertrieben.jpg

Lach mal wieder.jpg

 

 

Elou

@keyly  
sicher, es gibt auch tolle hunde, das ändert aber nichts an der tatsache, dass es auch bestien gibt.
wie ich bereits in einem kommi hier schrieb, es gibt solche und solche - wie auch bei den menschen, schrieb ich bereitrs alles. ...LG

Christine62laechel


Liebe Elou, und liebe Chris, meiner Meinung nach habt ihr Beide Recht.

Gute Besserung nach dem echt traumatischen Erlebnis, Elou. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als so aggressiv überfallen zu werden. Eine Zeit lang wirst du wahrscheinlich keine Hunde mögen können.

Ich bin auch tierlieb, Chris; und bin auch der Meinung, dass es falsche Behandlung des Hundes im Hintergrund geben musste. Ich glaube, die Situation kann man so nüchtern beurteilen, solange nicht selber gerade von einem Angriff betroffen. 

Mit besten Grüßen
Christine


 

Elou

@Christine62laechel  
so ist es liebe christine ..
es ist aber nicht so, dass ich keine hunde mehr mag - ich hab einfach nur noch blanke angst, und dabei ist egal ob großer od. kleiner hund.

chris33

Ein Blog, der nachdenklich machen sollte, weil er ein sensibles Thema anspricht. 

Dennoch halte ich es fuer problematisch, einen  Hund in diesem Zusammenhang als "Bestie" zu bezeichnen. Solche Begriffe emonalisieren und tragen dazu bei, Angst und Ablehnung gegenüber Tieren zu schueren. 

Man weiss, dass   Hunde nicht grundlos aggressives Verhalten  zeigen, es entsteht fast immer aus Angst, Schmerz, Stress oder auch mangelnder Sozialisierung. Den Hund hier als alleinige Ursache und als "Bestie" darzustellen lenkt  von der eigentlichen Verantwortung einfach nur ab, greift zu kurz. 

Ich hoffe, dass es dir inzwischen wieder besser geht. 

Chris33 

(Tierschuetzerin) 



 

Winterbraut

@chris33  

Liebe Chris,

da stimme ich dir zu. 
Es ist schlimm, von einem Hund angegriffen zu werden, aber ihn als Bestie zu bezeichnen, ist schon hart.
Entweder liegt es am Hundehalter, dann müsste er zur Rechenschaft gezogen werden, oder das Tier ist krank.
Mich hat vor vielen Jahren mein Rauhaardackel gezwickt, nachdem ich ihn trotz seines Knurrens weitergestreichelt hatte. Es war ein winziger Riss im Finger, aber ich musste noch in der gleichen Nacht operiert werden und um ein Haar hätte ich den rechten Arm verloren. Sepsis. 1Woche hing ich am Tropfer. 
Meinen Dackel ließen wir sofort untersuchen( Gehirntumor??), damit er keine Gefährdung für Menschen würde.
Er hatte 3 vereiterte Zähne!!!
Ein lieber Hund, der nicht reden konnte.

Liebe Grüße 
Ingrid 

chris33

@Winterbraut 

Das geht mir richtig ans Herz. 
Der arme Schatz, er wusste sich nicht anders zu helfen. 

Es zeigt, wie Vertrauen und Schmerz manchmal nebeneinanderstehen. 

Fuehl dich umarmt. 

Chris33 

 

Elou

@Winterbraut  
ja, der halter wird zur rechenschaft gezogen, er muss mit hund bei der polizei vorstellig werden, dann wird geprüft.

und es ist ein unterschied, ob man einen knurrenden hund streichelt, oder ob man nichtsahnend auf dem bürgersteig spazieren geht, alles ist ruhig. und innerhalb 1 sekunde sich ein riesen vieh in deiner brust verbeißt!
es war/ist ein schäferhund - engl. bulloge - mix.

hast du vom arzt kein antibiotikum bekommen???

Winterbraut

@Elou  

Klar, das ist ein Unterschied, weil ja noch der Schrecken dazu kommt.

Zu deiner Frage:
Ich wurde sofort vom Chefarzt operiert, da sich die Sepzis schon übers Handgelenk verbreitet hatte.Ich bekam die Schläuche direkt in den Hals, damit das Antibiotikum schneller wirken konnte. Und durch das Cortison kam dann noch ein Mondgesicht hinzu, aber mein Mann mochte mich trotzdem)) und war froh, dass ich Glück im Unglück hatte.
Der Hund konnte nichts dafür; denn er hatte mich ja gewarnt. Wir konnten nicht ahnen, dass er Schmerzen hatte; denn er war zwar etwas ruhiger, als sonst, aber nicht auffällig.
Bulldoggen fallen doch unter " Kampfhunde" und müssten Maulkörbe tragen?

Elou

@Winterbraut  

richtig, der hund hatte dich gewarnt, somit also sehr wohl mit dir "geredet"...aber wer nicht hören will .....^^
ich verstehe das nicht mit der sepsis - soooooo schnell kann sich eine sepsis nicht ausbreiten ,, du hättest sofort oral mit antibiotikum beginnen müssen, dass es gar nicht soweit kommt, und nicht erst antibiotikum, wenn die sepsis schon da ist ..
und es braucht ein besonderes antibiotikum, mit einem 2ten wirkstoff, damit alle bakterienstämme vernichtet werden, die in einem hundemaul sich befinden....
gsd war mein doc "auf zack", deiner offenbar nicht ://

  • Hundebisswunden sollten nicht primär genäht werden, da sie ein hohes Infektionsrisiko bergen. Durch das Vernähen würden Bakterien und Schmutz in tieferen Gewebeschichten eingeschlossen, was eine Infektion verursachen kann. Stattdessen ist eine offene Wundbehandlung notwendig, die das Entfernen von abgestorbenem Gewebe und das Reinigen der Wunde umfasst, um das Infektionsrisiko zu minimieren. 
  • Hohes Infektionsrisiko: Hundebisse können Bakterien wie Pasteurella oder Staphylococcus aureus in die Wunde einbringen.
  • Eingeschlossene Erreger: Beim Nähen werden die Wundränder oft zu nah aneinander geschlossen. Dadurch könnten sich Bakterien unter der Haut einschließen und Infektionen wie eine Phlegmone oder Septische Arthritis verursachen.
  • Wundreinigung: Eine offene Wundbehandlung erlaubt eine gründlichere Reinigung und Entfernung von infiziertem oder abgestorbenem Gewebe.
  • Sekundäre Wundheilung: Die Wunde heilt sekundär, das heißt, sie wird offen gelassen und heilt von innen heraus. Das kann länger dauern, ist aber sicherer, da das Risiko einer Infektion reduziert wird.
  • Abwägung: Eine Ausnahme können kleine Wunden im Gesicht sein, die eventuell nach zwei bis drei Tagen offen gelassen werden, je nach Einschätzung eines Arztes.
  • Wann doch genäht wird: Falls die Wundränder sehr weit auseinanderliegen oder wenn es sich um eine infizierte Wunde handelt, wird ein primärer Wundverschluss nicht empfohlen. Wenn eine Wunde doch verschlossen wird, ist eine antibiotische Prophylaxe notwendig.
  • Fazit: Auch wenn es kontraintuitiv erscheinen mag, ist es besser, eine Bisswunde offen zu halten, um das Risiko einer tiefen Infektion zu vermeiden. Eine professionelle medizinische Beurteilung ist in jedem Fall notwendig. 

Winterbraut

@Elou  

Der Operateur hat mir Hand und Arm gerettet!!!
Übrigens eine Kapazität in der Stadt...

der Fehler lag bei mir. Ich hatte nur einen winzigen Riss im Finger, der kaum blutete. Das passierte gegen 22 Uhr. Nachts  kamen höllische Schmerzen, die Hand schwoll stark an und verfärbt sich. Erst da weckte ich meinen Mann, der mich sofort in die klinik fuhr. das war 7 Stunden nach dem Biss und der Chefarzt selbst operierte sofort, damit die Sepsis sich  nicht noch weiter verbreiten konnte.
Du solltest hier nicht eine Ferndiagnose stellen und dieQualifikation meines Arztes infrage stellen.

Trotz allem gute Besserung
und dass du deine Angst durch positive Begegnungen mit Hunden irgendwann verlieren kannst.
 

Elou

@Winterbraut  
aus deiner 1. schilderung ging es eben so hervor, erst jetzt hast du es genau geschildert!
somit brauchst du mir keine falsche ferndiagnose zu unterstellen, zumal es keine war.

Elou

@chris33  
ja, auch bei hunden gibt es solche und solche, genau wie bei den menschen auch - auch bei letzteren gibt es "bestien" ..
die gründe dafür sind egal, denn das opfer ist IMMER das leidtragende geschöpf ://

nein, es geht mir nach wie vor miserabel.

und ich habe nichts gegen tiere im allgemeinen, ich unterstütze den tierschutz.

und ja, es war mir klar, dass solche kommentare wie der deine kommen, ist genau wie bei den kinderschändern/mördern mit der "ach so schlechten kindheit" ^^

chris33

@Elou 

Solche Vergleiche sind voellig unangebracht.
Ich wollte lediglich sachlich auf deinen Beitrag reagieren und  werde mich nicht auf dein Niveau herablassen  und mich auf beleidigende Vergleiche einlassen. 

Chris33 

Elou

@chris33  
ich hasse "täterkuschler", sie sind keunen deut besser als die täter selbst!

 

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