Der Tod
Der Tod ist etwas, worüber man sich als junger Mensch kaum Gedanken macht. Als älterer Mensch eher schon, wenn man vielleicht immer mehr Menschen verliert, mit denen man mehr oder weniger nahestand und wenn dieser Zeitpunkt auch für einen selber näher rückt.
 
Sicher ist, dass ihm niemand entrinnen kann. Auch Kinder oder junge Menschen sterben schon. Das berührt ganz besonders. Geht ein Mensch in hohem Alter nach einem erfüllten Leben kann eher ja dazu gesagt werden.
 
Ob jung oder alt gestorben, hinterlässt jeder Mensch eine „Lücke“ und das „System“, in dem er beheimatet war, muss sich neu zurechtrütteln. Das kann ein sehr schmerzhafter Prozess sein. Je nachdem wird man diesen Schmerz auch nicht mehr los, vielleicht wird er im Laufe der Zeit etwas milder. Es kommt auch darauf an, wie nahe einem der verstorbene Mensch stand.
 
In der örtlichen Tageszeitung hier gibt es die Möglichkeit, wenn eine Todesanzeige geschaltet wurde, virtuell eine Kerze anzuzünden und, so man will, auch einen Text dazu einzustellen. Das wird rege genutzt und es ist immer wieder zu Herzen gehend, wenn darüber geschrieben wird, wie weh es tut einen Menschen zu verlieren.  Dieses Endgültige und dieses „nie wieder“ ist schwer zu fassen, hier stößt Mensch wirklich an seine Grenzen.
 
Sich mit dem Tod auseinandersetzen zu müssen ist sehr schmerzhaft und anstrengend. Spätestens, wenn man mit ihm konfrontiert wird, kann nicht mehr verdrängt und ausgewichen werden. Niemand weiß, wann seine letzte Stunde geschlagen hat und niemand weiß, wann ihm ein geliebter und nahestehender Mensch genommen wird. Diese Ungewissheit muss ausgehalten werden.
 
Der Tod ist und bleibt ein Geheimnis, das der Mensch nicht lüften kann.

Kommentare (12)

Roxanna

Danke Kurt für das geschenkte 💗chen. Hat mich gefreut.

Lieben Gruß
Brigitte

indeed

Guten Morgen liebe Brigitte,

ich habe ein wenig gezögert, hier auf deine Thematik einzugehen. Es ist ein sehr sensibles Thema und mir fällt es schwer, meine Trauer öffentlich zu machen.

Das ist wohl ok, hoffe ich zumindest. Jeder muss auf seine für sich selber den Weg wählen, mit dem er am besten klar kommt.

Warum ich jetzt doch schreibe: ich möchte dich wissen lassen, dass ich dich voll verstehe und ich dir viel Kraft wünsche, das Geschehene möglichst gut zu verarbeiten. Denn natürlich fühle ich mit dir.

Fühle dich einfach mal in den Arm genommen und sei ganz lieb gegrüßt von

Ingrid

Roxanna

@indeed  

Der Tod, liebe Ingrid ist wirklich, so denke ich jedenfalls, das schwierigste Thema im Leben überhaupt. Und doch wird man im Laufe seines Lebens immer wieder mit ihm konfrontiert. Und ich stimme dir zu, jeder Mensch muss für sich einen Weg finden damit umzugehen und nicht immer möchte man das teilen, eben weil es, wie du schreibst, ein sensibles Thema ist. Man ist bei diesem Thema unter Umständen auch so verletzlich.

Dass du trotzdem geschrieben und mir gute Wünsche mit auf den Weg gegeben hast, dafür danke ich dir und grüße dich herzlich

Brigitte

Christine62laechel


Liebe Brigitte, eines von den schwierigsten Themen für alle Menschen; für manche wie dich besonders schwierig. Jeder entwickelt eine Strategie, wie man damit umgeht, um irgendwie funktionieren zu können, bevor der schlimmste Schmerz erlöscht.

Viele Menschen sind nun nicht mehr da, die uns wichtig waren, und denen auch wir viel bedeutet hatten. In unseren Gedanken waren sie, und sind immer noch, wie ein Sonnenstrahl und ein rotes Fädchen. Und eine Art positive Energie von jeder guten Beziehung bleibt vorhanden, nicht nur in unserer Vorstellung. Ich glaube ganz fest daran, und versuche mich damit zu begnügen. Und hoffe, dass es vielleicht etwas mehr bedeutet, als das, was wir – jetzt - ahnen und begreifen können. Ich habe den Eindruck, dass du, liebe Brigitte, auch Trost langsam finden kannst. 🌷

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Roxanna

@Christine62laechel  

Christian von Zzedlitz, liebe Christine, lässt in seinem Schauspiel „Der Stern von Sevilla“ sagen: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern, tot ist nur, wer vergessen wird.“ Wie viele Menschen sind schon gegangen, unsere Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Bekannte, frühere Kollegen Und jedes Mal ist es eine Erschütterung, wenn ein Mensch stirbt und es erinnert, dass Leben nicht ewig währen kann. Der Kreis um einen wird immer kleiner. Aber in der Erinnerung, was man mit ihnen erlebt hat, leben sie ja weiter. Nicht jeder Tod geht einem gleich nahe, je nachdem wie eng die Bindung war.

Noch, liebe Christine, bin ich nicht so weit, dass ich wirklich Trost gefunden hätte. Das ist ein Prozess, den man auch nicht beschleunigen kann. Jetzt im Monat Mai jährt sich der Todestag zum ersten mal.

Ich danke dir für deinen Kommentar und grüße dich herzlich

Brigitte
 

Rosi65


Oft besuchen mich meine verstorbenen Angehörigen in meinen Träumen, liebe Roxanna. Manchmal allein, und manchmal sogar zu zweit oder zu dritt. Das tröstet mich dann immer etwas.
Heute Nacht war es meine Mutter, die mir doch tatsächlich im Traum einen Geldschein in die Hand drückte.
Sie hat mir nämlich bei jedem meiner Besuche immer eine Kleinigkeit (Obst, Kuchen, Blumen) zum Abschied mitgegeben. So hatte ich fast das Gefühl, sie ist noch irgendwo in meiner Nähe.

Liebe Grüße
    Rosi65

Roxanna

@Rosi65

Wie schön, liebe Rosi, dass du über die Träume mit deinen Lieben in Kontakt bleibst. Das berührt mich. Wer weiß, wo unsere Seele nachts unterwegs ist, wenn wir tief schlafen.

Ich danke dir für das Teilen dieses schönen Erlebens und grüße herzlich

Brigitte 

 

Winterbraut

Es ist immer schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, denke ich.
Gestern war ich nach 15 Jahren wieder zu meiner Jubelkonfirmation ( eiserne - 65 Jahre) eingeladen und erschrocken, dass der größte Teil von uns schon verstorben ist. Wir waren nur noch 7 Frauen und 5 davon sehr krank.
Da geht man dann dankbar nachhause....

Ein schöner Beitrag in Wort und Bild, liebe Roxanna.

Herzliche Grüße 
Ingrid

Roxanna

@Winterbraut  

Ich kann mir vorstellen, liebe Ingrid, dass ein solches Treffen nach vielen Jahren einmal bewusst machen kann, wie schnell die Zeit vergangen ist. Sie rauscht manchmal so an einem vorbei und man fragt sich, wo sind die Jahre geblieben. Ich kann mir auch vorstellen, dass es dich erschreckt hat, wie sehr euer Kreis geschrumpft ist. Wie unterschiedlich doch Schicksale sind und man muss wirklich dankbar sein, wenn man noch einigermaßen gut zu Wege ist.

Ich danke dir für’s Teilen und grüße dich herzlich

Brigitte

werderanerin

Das Thema "Sterben" wird oft nicht nah rangelassen, erst dann, wenn ein Mensch stirbt, der einen lange im Leben begleitet hat. Verstehen kann man das oft nicht, weil die Trauer erstmal alles überlagert, man denkt, dass es keinen Ausweg gibt.

Liebe Brigitte, ich weiß, wie du dich fühlst..., habe es auch schon mehrfach mitmachen müssen, aber es macht einen Unterschied, ob ein Mensch ein hohes Alter hatte, gut gelebt hat und dann "geht". Das ist aber oft nicht so und einen Menschen zu verlieren, der hätte noch viele Jahre leben sollen, ist wohl mit Worten nicht auszudrücken. Nichts hilft, nichts lenkt einen ab, man fühlt sich, wie in einer, anderen Welt.

Ich selbst kenne es umgekehrt, meine Mutter war erst 40 Jahre und ist damals gestorben, ich war 13, meine Schwester 11. Noch heute kann ich den Tag, die Wochen danach in mir sehen, die vielen Tränen schmecken und das Unwiderrufliche sehen, was wir nie akzeptieren konnten.

Unser, junges Leben hörte fast auf..., nichts war mehr so, wie am Vortag. Das alles hat etwas mit uns und unserem, weiteren Leben gemacht.

Ich weiß, dass dieses furchtbare Ereignis mich bis heute prägt, auch wenn es nicht mehr so weh tut..., weg ist es aber nie

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem viel Kraft. Schön ist es auch, dass du hier schreibst, uns vertraust. Wir helfen dir, wo immer wir können !

Herzlichst

Kristine
 

Roxanna

@werderanerin  

Ich kann gut nachfühlen, liebe Kristine, dass es für dich als Kind furchtbar gewesen sein muss, die Mutter zu verlieren. Den Menschen, mit dem man die engste Verbindung hat, das ist die Mutter oder für die Mutter das Kind, lässt einen erst einmal ins Bodenlose fallen. Dass der Verlust der Mutter bei einem Kind ein Trauma hinterlassen kann, ist sehr gut nachvollziehbar. Hier kommt es auch darauf an, wie die Menschen, die für das Kind verantwortlich sind, das auffangen können.
Der Verlust eines Kindes trifft einen im Erwachsenenalter, aber alle bis dahin gemachte Lebenserfahrung hilft nicht wirklich. Ein Kind bedeutet ja "Zukunft", mit ihm soll es weiter gehen.

Es müssen Wege gefunden werden, wie man mit diesem Schmerz weiterleben kann. Das ist psychische Schwerarbeit.

Meine Großmutter väterlicherseits ist übrigens auch im Alter von 40 Jahren verstorben und hat 6 Söhne hinterlassen. In hohem Alter war meinem Vater immer noch der Schmerz anzumerken, wenn über sie gesprochen wurde.

Danke für deinen Kommentar und herzliche  Grüße kommen von

Brigitte

 

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