Der Film" Wolken unterm Dach"


Wolke unterm Dach

Ein Mann verliert plötzlich seine Frau.
Da ist eine kleine Tochter, die ihre Mutter liebt und von einem Tag auf den anderen verstehen muss, dass sie nicht mehr wiederkommt.
Der Mann versteht die Welt nicht mehr. Er hat seine eigene Trauer und versucht, irgendwie weiterzumachen. Doch er sieht nicht die Trauer der anderen.
Das Mädchen, seine Tochter geht manchmal auf den Dachboden und spricht mit ihrer Mama.

Für den Vater ist es schwer zu verstehen. Vielleicht ist es aber genau ihr Weg, mit dem Unbegreiflichen zu leben.

Ich muss dabei an meine Enkelin denken.
Sie liebte ihre Oma. Einen Tag zuvor waren die beiden noch gemeinsam spazieren. Am nächsten Tag war Oma nicht mehr da. Verschwunden einfach weg. Wie weg gezaubert. 

Für ein vierjähriges Kind ist so etwas unmöglich zu begreifen.
Ich hatte unendlich viel Mitleid mit ihr. Und ich wusste, dass Worte allein nicht helfen würden.
Also begann ich, mit ihr zu tanzen, immer wieder mit laute Musik.

Wir tanzten gegen die Traurigkeit, gegen die Wut, gegen dieses ewige „Warum?“ und „Wieso?“. Manchmal musste man nichts sagen. Wir bewegten uns einfach zusammen – und irgendwie tat es uns beiden gut.
Es brauchte viel Zeit.

Heute ist aus dem kleinen vierjährigen Mädchen eine junge Frau von sechzehn geworden. Es geht ihr gut. Wir sprechen nicht mehr so oft über Oma.
Aber ich weiß, dass diese Verbindung noch da ist.
So etwas bricht nicht.
Man trägt die Menschen, die man geliebt hat, irgendwo in sich weiter. Vielleicht wird die Erinnerung leiser, aber sie verschwindet nicht.

Die Welt, die es einmal gab, gibt es nicht mehr.
Und der Mensch, der ich einmal war, ist auch nicht mehr derselbe.
Vielleicht ist das Leben manchmal genau das:
Wir verlieren Menschen, wir verlieren einen Teil von uns – und lernen trotzdem, weiterzugehen.

Mit einer kleinen Wolke unterm Dach,
die uns daran erinnert .

Kommentare (1)

Roxanna

Am verletzlichsten ist der Mensch, wenn er einen seiner liebsten Menschen verloren hat. Das Gefühl der Ohnmacht nichts tun zu können, ist schwer auszuhalten. Er muss lernen, mit dieser "Lücke", die ein Mensch hinterlässt, weiterzuleben. Wie gut, wenn man dieses Leid teilen und zusammen tragen kann. Alles, was hilft, ist gut.

Lieben Gruß
Brigitte

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