Demo gegen Wehrpflicht am 5.12.25


Demo gegen Wehrpflicht am 5.12.25

Nein, ich bin vor vielen Jahren nicht gerne zur Bundeswehr gegangen. Lehre gerade beendet und hätte im nächsten Monat wesentlich mehr Geld verdient, seit einiger Zeit eine feste Freundin und dann für 18 Monate 300 km weg von zu Hause? Schwer genug. Wehrdienst verweigern? Nein, bestimmt nicht. Ersatzdienst? 10 Jahre lang einmal wöchentlich Pflichterscheinen? Auch keine Alternative. Zudem war ich neugierig auf die Ausbildung bei der BW, die Kameradschaft und den Dienst. Außerdem sah ich die Pflichterfüllung der Gemeinschaft gegenüber. Im Nachhinein kann ich sagen: Ja, die Zeit hat sich gelohnt! Als Einzelkind habe ich mich in dieser Zeit von zu Hause "abgenabelt", habe Disziplin kennengelernt und eine tolle Kameradschaft erlebt. Die Ausbildung war hart aber der Dienst als Feldjäger war sehr interessant und abwechslungsreich. Nein, bei der BW bleiben wollte ich nicht, war aber von der Verteidigung so überzeugt dass ich mich noch über 20 Jahre lang aktiv in der Reservistenarbeit engagierte.

Heute war ich sehr erstaunt als ich gelesen habe dass bundesweit zu einer Schülerdemo zu diesem Thema aufgerufen wurde. Mit Phrasen wie....."wir wollen kein Kanonenfutter sein"....."nie wieder Krieg"......"Ende mit der Kriegstreiberei"......usw....usw.. wollen unsere besorgten Kids gegen die "Wiedereinführung der Wehrpflicht" zu Felde ziehen. Hier liegt schon das erste Mißverständnis: Die Wehrpflicht braucht nicht wieder eingeführt zu werden, sie besteht nach wie vor, wurde nur vor einigen Jahren ausgesetzt. Sie tun so als müßten sie nach ihrer Dienstzeit sofort in die Schlacht ziehen - lächerlich. Außerdem verschweigen sie beharrlich dass immer noch im Grundgesetz verankert ist dass keiner zu einem Dienst an der Waffe gezwungen werden kann! Es gibt nach wie vor die Möglichkeit zu verweigern und dafür einen Ersatzdienst zum Wohle der Allgemeinheit zu leisten. Dies scheinen sie aber auch nicht in Erwägung zu ziehen da sie dafür ja auch aus ihrer wohlbehütenden Blase raus müßten. Sie verlangen nur noch, denken aber nicht daran dass in einer Demokratie auch staatsbürgerliche Pflichten bestehen. Diese lächerlichen Allgemeinplätze wie "alle Menschen werden Brüder" oder "Schwerter zu Pflugscharen" entstammen frommem Wunschdenken und sind nie umzusetzen. Frieden wird (leider) nur durch Abschreckung erreicht. Abschreckung bedeutet schlicht und enfach eine starke, moderne Armee mit gut ausgebildeten Soldaten und Reservisten in ausreichender Anzahl, eingebettet in eine schlagkräftige Partnerschaft wie die Nato. Um diesen von allen gewünschten Frieden zu erhalten ist eben ein persönlicher Einsatz notwendig, wie schwer er dem einzelnen auch fallen mag.

 

Kommentare (2)

Rosi65

„Hallo Rollox,
stell Dir vor, wir sind im Krieg, und wir erkennen es nicht einmal.“

Die Bedrohungen durch Cyberangriffe und Drohnenflüge auf Deutschland nehmen täglich und massiv zu.
Vor allem über Flughäfen, wichtigen Infrastrukturen, Marine- und Militärbasen. Somit scheinen sie leider eine ernsthafte Vorhut zu bilden.
Deshalb reicht Wachsamkeit, auch bei aller Besonnenheit, alleine nicht aus, sondern unser Land muss sich auch mit Technologie und Stärke dagegen wehren können.
Vielleicht mangelt es den jungen Leuten nur an etwas Schulungsbedarf, z. B., die Bedeutung und Werte der Demokratie.
Denn auch nach 70jährigem Frieden ist dieser Kriegsdämon noch lange nicht verschwunden, sondern scheint nur für eine Weile geschlafen zu haben.

Viele Grüße
Rosi65

Rollox

@Rosi65  ...So ist es!

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