das Vermächtnis des Marti Barbany

Autor: ehemaliges Mitglied



von Chufo Lloréns

In Spanien um das Jahr 1050 sind marodierende Banden, die auch aus beschäftigungslosen Soldaten bestehen, Normalität. Zu dieser Zeit wird Marti volljährig und verlässt den kleinen Bauernhof seiner Mutter. In Barcelona erfährt er, warum sein Vater nie zu Hause sein konnte und bekommt überraschend ein sehr grosses Erbe ausgehändigt. Als ehrgeiziger junger Mann vergrössert er auch mit viel Glück seinen Besitz und kann sich nach vielen Umwegen und Schwierigkeiten seinen Traum - Bürger von Barcelona zu werden - erfüllen.
In dieser Zeit sind die Verwicklungen der herrschenden Dynastie der Grafen von Barcelona auch eine Sache, die vom Papst beeinflusst wird. Die "Entführung" der Almodis de la Marche durch Ramon Berenguer, die Gründe und auch die Auswirkungen auf dieses Ereignis werden in diesem Buch beschrieben und bilden hier geschichtliches Hintergrundwissen.
Und schließlich spielt als dritter Erzählstrang der einflussreichste Bürger Barcelonas Bernat Montcusi, der Berater des Grafen eine nicht unwesentliche Rolle. Er ist der Stiefvater der schönen Laia und kennt keine Skrupel sich das zu verschaffen was er möchte.
Montcusi legt dem jungen Marti alle nur erdenklichen Hindernisse in den Weg nach oben - doch letztendlich muss er sich während einer Lis honoris verantworten.
Im Normalfall sind die Figuren eines Romans ein Phantasieprodukt des Autors. In diesem Buch ist allerdings die Figur des Marti einem realen Menschen nachempfunden, der eine solche Bedeutung in Barcelona erlangt hatte, dass er auch später noch genannt wurde.
Ein Bürger der Stadt Barcelona musste zu dieser Zeit nicht nur ein Haus oder ein Vermögen besitzen sondern er musste einen untadeligen Lebenswandel nachweisen und die Achtung der Allgemeinheit besitzen. Ein Bürger hatte zahlreiche Privilegien, die denen des Adels nicht viel nachstanden.
Und auch die Herrschenden sind geschichtlich belegt. Ermesenda von Carcassone, die zweimalige Regentin der Grafschaft als Grossmutter des Ramon Berenguer und Almodis de la Marche als seine Geliebte und spätere Ehefrau. Almodis, die vorher mit Hugo dem Frommen und Pons von Touluse verheiratet war und insgesamt 9 Kinder auf die Welt brachte.
Das Buch hat 700 Seiten - aber die sich in schneller Abfolge aneinanderreihenden Vorkommnisse machen es spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Johanna

Kommentare (0)

Anzeige