das Paradies

Autor: ehemaliges Mitglied



von Barbara Wood

Am Hof von König Faruk ist Prunk, Pracht, Überfluss das Normale und wer zu seinem Umfeld gehört ist im Ägypten der 40-er Jahre ein gemachter Mann. Männer haben alle Freiheiten - kleine Mädchen werden beschnitten, Frauen müssen sich immer noch verschleiern, dürfen nicht Auto fahren. Sich zu einem Date verabreden ist für ledige oder verwitwete Frauen der gehobenen Klasse absolut unmöglich.
In dieser Zeit beginnt das Buch - die wohlhabende Familie Rashid gehört dazu. Das Sagen hat die alte Grossmutter, Khadija, deren Herkunft im Dunkeln liegt, an die sie sich selbst auch nicht erinnern kann. Sie hält alle Fäden dieser grossen Familie in der Hand und achtet sehr auf die alten Traditionen.
Khadijas Sohn als Alleinerbe hat die wirtschaftliche Verantwortung für alle. Er heiratet und bekommt eine Tochter, Jasmina. Die Frau stirbt bei der Entbindung, so heiratet er zum zweiten Mal, diesmal eine Engländerin. Wieder ist hier die Erstgeborene ein Mädchen - Amira. Aber in dieser männergeprägten Welt gilt ein Mann ohne Söhne nichts, deswegen verfällt Ibrahim auf einen aussergewöhnlichen Gedanken und setzt diesen sofort in die Tat um.
Nefissa, eine verwitwete Tochter der Khadija fängt heimlich eine Affäre mit einem englischen Offizier an. Ihren Sohn verwöhnt sie über alle Massen, denn ein Sohn gibt ihr auch Sicherheit.
Jasmina verletzt sich als Schulkind beim Sport und wird gegen den Willen der Familie zur berühmtesten Bauchtänzerin im arabischen Raum. Amira, die zweitgeborene wird vom eigenen Vater verstossen. Sie geht nach Amerika wird dort Ärztin - kehrt aber nach Ägypten zurück.
Der Kampf der Frauen um Eigenständigkeit im Wandel der Zeit wird in diesem Buch sehr bewegend geschildert. Auch das Geheimnis von Khadijas Herkunft lüftet sich und macht betroffen.

Insgesamt ein Buch welches man kaum aus der Hand legen kann - spannend erzählt.

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