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Das muss ich geerbt haben
Schnell ein paar Aufkleber drucken, so mit Angabe, wohin der Karton soll und was drin ist. Und das je Karton zweifach, einer oben drauf und einer an die Seite. Die Kartons werden am Ziel gestapelt, da soll man doch wissen, welcher Karton als nächstes auszupacken sein wird.
Ich fange schon an, die Bücher in kleinere Kartons einzupacken, an Füllung nur soviel, dass man den Karton noch heben kann, eben Wäsche mit hinein, die hier nicht mehr gebraucht wird. Kahl grinsen mich da und dort die leergewordenen Regale an – ich brauche diese nicht zu zerlegen (wie schön!).
Aber Bücher einzupacken braucht die doppelte bis dreifache Zeit: man hält ein Buch in der Hand – oh‘ die Kreuzschmerzen, also mal hinsetzten und … man liest in dem Buch, das man längst schon gelesen hatte, man liest und – die Zeit rinnt dahin, man überzieht die gewählte Pause in reichlicher Länge.
Da kommt von der Schwester eine Mail:
»Lieber Dieter, als Mutti einmal dabei war ihr Hab und Gut zu sortieren, rief sie mich mittendrin an - sie käme einfach nicht weiter - sie säße am Fußboden und würde immer wieder mit alten Büchern und Schriften aufgehalten - alles um sie herum ausgebreitet und , statt dass sie sortiere, würde sie nur lesen........ irgendwie erinnerst Du mich jetzt an dieses Telefonat - auch Du bleibst in Deiner Tätigkeit hängen und.........eigentlich wolltest Du einpacken - aber Bücher sind was Herrliches.«
Ist das nicht schön, sich damit entschuldigen zu können, man habe solch Tun geerbt? Lass‘ man, ich werde noch rechtzeitig fertig, irgendwann sind alle Bücher eingepackt. Dann gibt es nur noch den Fernseher, der die Pausen versüßt.
Ich muss weitermachen!
ortwin
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