Borstig und stachlig
Borstig und stachlig
Borstig und stachlig mutet sie an
als wöllt' sie jeden bedrohen,
der unversehens ihr nahe kam,
um sie genau zu erforschen,
dabei versteckt sie ja eigentlich
nur das was sie tief in sich hat
und mit Blattborsten wehrt sie sich
auf Stängeln mit milchweißem Saft.
Als "Raue Gänsedistel" benannt,
denn gefiederte Gesellen –
so ist es im ganzen Land bekannt –
finden höchlichsten Gefallen
beim schnappeln in der Futterrinne.
Die Pflanze ist von hohem Wert
im historisch verbrieften Sinne,
der sie als Heilpflanze erklärt.
Denn sie enthält wichtige Stoffe,
Vitamin C und Karotin
auch Taraxasterol* und Öle,
sowie seltenes Intybin*
Bei einer Anzahl von Beschwerden
hilft aus den Stängeln der Milchsaft,
Warzen, Ekzem, auch Hämorrhoiden
verschwinden durch seine Heilkraft.
Fieber, Arthritis, Leberleiden,
Atembeschwerden, Sodbrennen –
dies alles kann das Kraut vertreiben.
Lebensfreude wird gewinnen
und es bereichert in der Küche
vieler Gerichte Rezeptur
durch Bitterstoffe und zahlreiche
Ingredienzen der Natur.
© Syrdal 2026
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Erklärungen:
*Taraxasterol = pentazyklisches Triterpenoid mit antiinflammatorischem (entzündungshemmendem) Effekt, insbesondere bei Arthritis
*Intybin(Lactucopicrin) = Bitterstoff, mit harn- und verdauungsfördernder sowie schmerzstillender Wirkung
Kommentare (14)
@Winterbraut
Liebe Ingrid,
was könnte ein einfaches Gedicht wohl mehr bewirken, als das, was du beschreibst.
Mit Dank sei gegrüßt von
Syrdal
Lieber Syrdal,
leider werden heut zu Tage kaum noch Heilkräuter genutzt.
Ich würde auch lieber davon Abstand nehmen, zumal ich nicht wie du
ein Könner der gleichen bist.
Wünsche dir einen schönen Abendverlauf ❤️ lichst Marlen
@Marlen13
Liebe Marlen,
es ist ja kein Wunder, dass man kaum noch Heilkräuter nutzt. Sie sind ja kaum noch zu finden. Die Moderne versiegel tagtäglich riesige Flächen vom nutzbaren Land – und dort, wo noch was wachsen kann, sprüht man zig Tonnen Glyphosat und andere Herbizide und sonstige Giftstoffe aus, dass für natürliche Wildkräuter kein Lebensraum bleibt. Die Natur wird geknebelt, erstickt und vergiftet… Wo könnte es da noch echte Wildkräuter geben? Man muss schon sehr suchen… leider. Aber mehr noch: Wer sich seine Sinne einigermaßen erhalten hat merkt sehr genau, dass vieles an Obst und auch ganz normales Ackergemüse, selbst „normale“ Kartoffeln, nicht selten einen gewissen Chemiegeschmack haben. Und von wegen „Bio“… Da schaue man mal genau hin (oder besser nicht!)
Einen schönen Sommersonntag wünscht dir
Syrdal
ich mag sie nicht,
wenn ich sie im garten seh
ich weiß genau
fa00 ich sie an, dann tut es weh
die ganze heilkraft
ach ich will es gar nicht wissen
sie wird rausgerissen
und auf den müll geschmissen
ich hoffe es macht dir nichts aus
dass ich trotz deiner so schönen Info
da so rigorosi bin
leber Syrdal
und
schicke dir sonnige grüße
@protes
Ein jeder tut es wie er mag,
ob’s recht ist oder nicht,
Hauptsache er lebt seinen Tag
und wahrt stets das Gesicht.
...also sei so, wie du bist, lieber hade,
sagt mit Sonntagsgrüßen
Syrdal
Lieber Syrdal
jeeeetzt mal Hand aufs Herz
hast du eigentlich schon mal die eine oder andere -von Dir so exakt beschriebene- Pflanze an dir selber ausprobiert?????
fragt frech und - wie immer - wissbegierig
mit „Hut-ab“ Grüßen
Angelika
@Tulpenbluete13
..nicht alle, aber viele, denn ich bin ursprünglich ein echtes „Kind vom Land“ und ab den ersten Tippelschritten sehr naturverbunden. Feldkräutersalate waren bei uns an der Tagesordnung, auch das Sammeln von Kräutern und Blüten für Auszüge, Öle, Cremes und Wundauflagen, vor allem aber für Tee aller möglichen Sorten. Wir sammelten oft echten Feldsalat (Rapunzel), jungen Löwenzahn, Spitzwegerich, Brennnesseln, Giersch, Bärlauch, Schafgarbe, Sauerampfer, auch Kümmel, Wacholderbeeren und freilich alle Waldfrüchte wie Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Walderdbeeren, Preiselbeeren und natürlich Pilze und Bucheckern – ein reichhaltiges Programm, immer gesund und Natur pur.
Sei gegrüßt zum Abend
Syrdal
und vorsicht, nicht verwechseln mit dem giftlattich, auch er hat solche kleine gelbe blütchen, aufm foto noch geschlossen:![]()
@Elou
...sehr richtig! Das aber gilt für viele Pflanzen, denn nicht selten gibt es Verwechslungsmöglichkeiten. Da hilft nur gute Kenntnis, um bei der Anwendung wirklich sicher zu gehen.
Danke für deinen wichtigen Hinweis sagt
Syrdal
Lieber Syrdal,
danke, dass Du die Gänsedistel so treffend beschrieben hast.
Über ihre Heilkraft wusste ich noch nichts, aber vor einiger Zeit viel mir auf, dass meine Schildkröten die Gänsedisteln für einen ganz besonderen Leckerbissen halten - sie wissen wohl instinktiv, was ihnen gut tut.
Leider sind die Pflanzen in unserer Gegend durch die hohen Temperaturen fast alle vertrocknet.
Margit
@margit
Liebe Margit, auch Schildkröten „wissen“, was ihnen gut tut… Und ich kann dich (und die Schildkröten) wohl beruhigen, die Gänsedistel ist robust und stark im Nehmen. Auch lange Trockenheit wird sie nicht verderben, sie sprießt bald wieder auf, sobald es ein wenig labendes Nass von oben gibt.
Die Schildkröten wird es erfreuen…
...meint mit heiterem Sonntagsgruß
Syrdal
Ach, lieber Syrdal, es ergeht dieser Pflanze, wie so vielen:
ohne Anerkennung ihrer vielen möglichen Wohltaten wird sie herausgerissen. Auch von mir.
Leider auch weiter, nachdem ich ihre vielen Möglichkeiten kenne. . .
Doch wird sie in Zukunft nicht weiter einen "namenlosen Tod" sterben. . .
Mit dankbaren Grüßen bei der morgendlichen Kühle
Ursula
@U. Petri
So ergeht es vielem Guten auf unserer überreichen Welt. Was gerade nicht genehm ist oder unbekannt, muss sterben, ob namenlos oder nicht… tot ist tot. Da kann ein Kraut noch so viele Heilkräfte haben, es muss halt sterben, denn es ist ja ein „Unkraut“, leider…
...bedauert Syrdal
Du belebst deine Sachkenntnisse mit superschönen Fotos und erweckst Interesse - ob man will oder nicht - sich mit der jeweiligen Heilpflanze zu befassen.
Danke
sagt Ingrid