Ausgelassen gehe ich,
Ausgelassen gehe ich,
durch diese lange, leere Allee,
wo der Tag wie ein müder Vogel hängt
und mein Schritt sich nicht mehr zurückmeldet.
.
Das Grau — ich trage es selbst,
nicht im Stoff, sondern im Atem.
Mein Haar: gekürzt auf Bürgermaß,
mein Herz: ungebunden,
ein stillgelegtes Gleis
im Abendverkehr der Welt.
Die Liebe hat ihren Dienst eingestellt,
und ich gehe wie eine alte Hausschoh,
die niemand mehr sucht.
.
Mein kleiner Gefährte
am anderen Ende der Leine
liest die Welt mit seiner Nase,
Strauch für Strauch,
als wären es vergessene Briefe.
Ich streife nur
die hohen Bäume am Weg,
diese schweigenden Wächter
meiner täglichen Runde.
Holz küsse ich nicht —
ich gebe nur ein leises Berühren,
ein Gruß aus früheren Jahren.
.
Und dann erscheint sie wieder,
die Frau der guten Morgen,
guten Mittag, guten Abend —
ein höfliches Ritual,
aus Kindertagen mitgeschleppt.
Ich nicke, verberge mein Sehnen,
denn das Alter verlangt
andere, langsamere Wege,
die sich wie feine Risse
durch den Tag ziehen.
.
So gehe ich weiter,
ausgelassen,
aber nicht befreit,
ein Mann im Zwielicht
seiner eigenen Allee.
vielen dank